Showing posts with label tips. Show all posts
Showing posts with label tips. Show all posts

Tipps für Yoga-Anfänger

Im Sommer 2016 rollte ich zum ersten Mal meine Yoga-Matte bei mir zu Hause aus. Ohne viel drüber nachzudenken, klickte ich auf das erstbeste "Yoga für Anfänger"-Video auf YouTube und begann meine erste richtige Praxis überhaupt, ohne zu wissen, wohin sie mich eines Tages mal hinführen würde.

Wie bei fast allen Dingen im Leben, traf auch hier der Spruch "Aller Anfang ist schwer" zu. Ich begab mich auf unbekanntem Terrain und wusste nicht, auf was ich mich da einließ. Vor allem war es schwer, den ganzen neuen Begriffen zu folgen: Kindsposition, Krieger 1, Schulterbrücke, Flow und so weiter. Wer blickt da denn als Neuling schon durch?

Falls du selbst gerade noch am Anfang stehst bzw. du noch gar nicht weißt, wo du überhaupt beim Yoga anfangen sollst, habe ich die hier ein paar Tipps zusammengestellt, die dir helfen können, einen reibungslosen Start für deinen Yoga-Weg hinzulegen.

Bildquelle

1. Fang langsam an

Einen der größten "Fehler", die man anfangs machen kann, ist sich gleich an die richtig fordernden, auspowernden Flows zu wagen. Das wird dir nur den Spaß nehmen, sodass du schnell aufgibst und gar nicht erst in den Genuss der wohltuenden Aspekte des Yoga kommst, die sich mit fortschreitender Praxis offenbaren werden.
Ich rate dir, dass du dir zu Beginn nur Anfänger-Videos oder Anfänger-Kurse vornimmst. Diese bieten dir einen sanften Start in das Thema, ohne dich noch mehr als nötig zu überfordern.
Du lernst Schritt für Schritt die Basics, die richtige Ausrichtung in den einzelnen Posen (was sehr wichtig ist, um Verletzungen vorzubeugen!) und wie man richtig atmet. Vielleicht klingen diese Punkte eher belanglos für dich, doch glaube mir: sie spielen eine sehr wichtige Rolle im Yoga.
In fortgeschritteneren Kursen wird nämlich davon ausgegangen, dass der Teilnehmer die Basics beherrscht, sodass dieser sich mehr auf sich selbst statt auf die Stimme des Lehrers und die richtige Ausrichtung fokussieren kann. Stell dir nun vor, du kommst als kompletter Anfänger in so einen fortgeschrittenen Kurs - du musst die ganze Zeit gucken, was die anderen machen, spürst den Effekt der einzelnen asanas (Sanskrit für die Posen im Yoga) nicht oder führst sie gar falsch aus. Du bekommst einen schlechten ersten Eindruck, der dir total die Neugierde und Lust am Yoga nimmt.
Gehe also Schritt für Schritt vor und lerne erst die Basics, bevor du dich an forderndere Flows rantraust.

2. Vergiss die Form und fokussiere dich auf das Fühlen

Wenn man auf Social Media die vielen Yoga-Accounts anschaut, bekommt man schnell den Eindruck, dass es bei dieser Praxis nur darum geht, sich in komplizierte Posen reinzuzwängen. Man sieht Yogis, die sich im Unterarmstand präsentieren, ihren Fuß hinter den Kopf klemmen oder sich auf andere Weise total verknoten. Darum geht es definitiv nicht im Yoga. Es kommt nicht darauf an, wie stark oder flexibel du bist - im Yoga kommt es ganz darauf an, wie du dich fühlst. Und das auch nicht nur während du auf der Matte bist, sondern auch wenn du wieder in deinen gewohnten Alltag zurückkehrst. Was machen die einzelnen Asanas mit dir? Welche Gedanken oder Gefühle kommen beim üben auf? Wo bemerkst du Blockaden?
Yoga hat weniger mit dem körperlichen Aspekt zu tun, als man denkt. Ich spreche auch gerne von "Meditation in Bewegung". Es soll dir helfen, mehr körperliche und geistige Gesundheit zu erlangen. Und dafür braucht es keine ultrakomplizierten Positionen.

Bildquelle

3. Bring Abwechslung in deine Praxis

Jedes Mal dasselbe in deinen Yoga-Sessions zu machen, ist nicht nur langweilig, sondern wird dir auch nicht helfen können, weiter voranzukommen in deiner Praxis. Abwechslung ist hier das Stichwort. Probiere neue Yoga-Stile aus (Yin, Hatha, Vinyasa, Shivananda, Kundalini,...), besuche andere Yoga-Studios/gehe zu anderen Lehrern, probiere Videos von verschiedenen YouTube-Kanälen aus, wage dich vielleicht sogar schon ans nächste Level.
Dieser Punkt hat mich sehr viel weiter in meiner eigenen Praxis gemacht. Ich wagte mich aus meiner Komfortzone und besuchte einen Kurs, wo ich die beruhigende, positive Energie eines Yoga-Studios zum ersten Mal genießen konnte. Yin Yoga war das Mittel, was mir zu mehr Flexibilität verholfen hat. Mittelstufen-Yoga zu praktizieren zeigte mir neue asanas, an denen ich mich ausprobieren konnte.
Hast du schon seit einer Weile Yoga praktiziert, dann traue dich ans nächste Level ran! Neue Herausforderungen machen Spaß und zeigen dir ganz neue Aspekte des Yoga und von dir selbst.

4. Etabliere eine Routine

Damit du auch dran bleibst, ist es hilfreich, sich eine Routine fürs üben aufzubauen. Dabei gilt: jeden Tag vielleicht 15 Minuten sind besser als anderthalb Stunden ein Mal in der Woche. So baust du allmählich deine Fähigkeiten und dein Wissen auf und kommst natürlich möglichst oft in den Genuss der Vorteile, die Yoga bietet.
Hierbei sollte aber auch der nächste und letzte Tipp in Betracht gezogen werden...

5. Zwinge dich nicht

Yoga soll dir helfen, dass du dich besser fühlst - körperlich und geistig. Wenn du dich auf die Matte zwingst, bleibt dieser Effekt höchstwahrscheinlich aus. Rechne damit, dass du nicht jeden Tag üben möchtest und vor allem auch, dass du nicht jeden Tag dieselbe Kraft, Ausdauer, Konzentration und Flexibilität an den Tag legen wirst. Das ist vollkommen normal und menschlich. Du wirst staunen, aber selbst erfahrene Yogalehrer haben Tage, an denen sie keinen Bock auf Yoga haben.
Wenn es zur Routine wird, dass du dich auf die Matte zwingst (oder auch in bestimmte asanas), dann geht der Spaß am Yoga verloren. Deswegen: höre auf dich selbst und mach dann Yoga, wann du es brauchst, wann du es willst. Wenn du weißt, dass du dich nach einer kleinen Praxis besser fühlen wirst, dann: go for it! Wenn sich aber alles in dir danach sträubt, durch eine Sequenz zu fließen, dann lass es für heute lieber sein und tu dir stattdessen auf andere Weise etwas Gutes.
Manchmal tun Pausen vom Yoga auch ganz gut, um wieder mehr Gefallen daran zu finden, um "die Leidenschaft wieder neu aufflammen zu lassen". Ich spreche da aus Erfahrung und kann nur bestätigen, dass Auszeiten dabei helfen, neue Motivation und Inspiration zu sammeln - und das gilt für weitaus mehr Dinge und Beschäftigungen als nur für den Yoga.

Bildquelle
Lass mich gerne wissen, wie dir diese Tipps gefallen, ob sie dir weiterhelfen konnten oder ob du sogar ein paar Tipps für Yoga-Anfänger parat hast!

Was ist Selbstliebe?

Selbstliebe hier, Selbstliebe da - der Begriff "Selbstliebe" wird überall herumgeworfen wie Konfetti. Liebe und akzeptiere dich selbst, so wie du bist, heißt es immer. Zeige dir selbst Respekt. Lehn dich zurück und nimm dir eine Auszeit vom Alltagsstress. All diese gut gemeinten Ratschläge und Aufforderungen, doch keiner weiß in Wahrheit so wirklich, was es mit der Selbstliebe auf sich hat - so zumindest mein Gefühl. Was meint man nun damit? Und warum sollte man sich selbst lieben? Ist es nicht egoistisch, sich selbst anderen vorzuziehen?

Selbstliebe verstehen


Nimmt man den Begriff Selbstliebe auseinander, so hat man die Worte "Selbst" und "Liebe" vor sich stehen. Ersteres erklärt sich von allein: es hat mit einem "selbst" zu tun, ist auf eine Person ausgerichtet, auf sich selbst bezogen. "Liebe" hingegen lässt sich nicht so einfach erklären. Wikipedia sagt dazu:
"Liebe ist eine Bezeichnung für stärkste Zuneigung und Wertschätzung. Nach engerem Verständnis ist Liebe ein starkes Gefühl, mit der Haltung inniger und tiefer Verbundenheit zu einer Person (oder Personengruppe), die den Zweck oder den Nutzen einer zwischenmenschlichen Beziehung übersteigt und sich in der Regel durch eine entgegenkommende tätige Zuwendung zum anderen ausdrückt."
So gesehen versteht sich "Selbstliebe" als ein starkes Gefühl der Wertschätzung zu einem selbst. Vielleicht sollte man hier aber noch eine Trennung zwischen Selbstliebe im Sinne der Selbstannahme und Selbstliebe im Sinne der Selbstsucht vornehmen - der Begriff is also Synonym für mehrere Phänomene.

Genau deswegen wird er meiner Ansicht nach auch so oft missverstanden: die Menschen verstehen unter Selbstliebe eine narzisstische, egoistischen Verhaltensweise, die das Wohlbefinden des Umfelds abtut, bei der sich alles nur um einen selbst dreht.

In dem Sinne, in dem ich den Begriff Selbstliebe verwende, ist gemeint, sich selbst zu achten und wertzuschätzen - und zwar genau so, wie man bereits ist. Es ist das bedingungslose annehmen des selbst. Ähnlich wie in einer romantischen Beziehung bedeutet es, den Partner - im Falle der Selbstliebe also man selbst - mit allen "Fehlern" und "Makeln" vollkommen anzunehmen, ihn wertzuschätzen, ihm seine Zuneigung zu zeigen, immer dessen höchstes Wohl im Sinne zu haben, sich liebevoll um ihn zu kümmern und immer für ihn da zu sein, "in guten wie in schlechten Zeiten". Das alles aber ohne "süchtig" nach dem Partner zu werden. Die Sucht nach irgendetwas oder irgendwem war für den Menschen (und dessen Beziehungen) noch nie dienlich gewesen.


Es sollte demnach ein gutes, gesundes Maß an Selbstliebe etabliert werden, ohne Extreme in die eine oder andere Richtung. Gerade aber in unserer heutigen Gesellschaft erlebt man bei den Menschen eher eine Neigung hin zu dem Extrem "keine Selbstliebe", also den Selbsthass - die Abscheu vor einem selbst, die nicht selten auch mit einer Selbstzerstörung einhergeht.

Auf der anderen Seite: Selbsthass


Mir tut sich oft die Frage auf, was in einem Menschen vorgehen muss, dass er in Selbsthass verfällt. Man könnte meinen, dass jemand, der selber mit Selbsthass zu tun hat - wie auch ich eben - diese Frage beantworten könnte. Doch eine klare Antwort habe ich nicht. Was ich aber beobachte ist, wie unsere Gesellschaft dazu tendiert, andere schlecht zu machen. Das zeigt sich in den viel zu hohen Ansprüchen, die dem Menschen gestellt werden, wie er zu sein haben muss. Die Medien, die einem verklickern, man sei nicht gut genug so wie man ist. Dieser kranke Wettbewerb bei allem und jeden, wo doch auch der Spaß an der Sache total verloren geht.

Im Versuch, einen "Übermenschen" zu erschaffen - ein perfektes, erfolgreiches, wunderschönes und zugleich intelligentes und sportliches Wesen - kreiert unsere Gesellschaft nur mehr total unglückliche und ausgelaugte Individuen. All diese Ansprüche, die an uns gestellt werden und die wir schließlich nicht erfüllen können, treiben uns in den Wahnsinn, in Stress und lassen uns letztendlich glauben, dass wir nicht gut genug seien, weil wir eben diesen Ansprüchen nicht gerecht werden können. Als Resultat entsteht Selbsthass.

Und um nochmal auf die Frage zurückzukommen, ob Selbstliebe denn nicht egoistisch ist: Ist Selbsthass denn nicht noch egoistischer? Man konzentriert all seine Energie auf das Selbst - das grässlich erscheinende, faule, nichtsnutzige Selbst. Man verwendet es dazu, sich selbst zu zerstören. Selbstliebe hingegen bewirkt, dass wir uns entspannter verhalten (da wir uns nicht im Kampf mit uns selbst befinden) und unsere Energie dafür nutzen können, diese Welt zu einem besseren Ort für alle zu machen. Der Fokus wendet sich eher von einem ab, da man mit sich selbst im reinen ist und mehr Kraft für die wichtigen Dinge im Leben hat.

Warum Selbstliebe so wichtig ist


Die Bedeutung und Wichtigkeit der Selbstliebe wird darüber hinaus zum einen auch noch klar, wenn man sich vor Augen führt, was der Selbsthass mit sich bringt: man lebt ungesund, sieht keinen Sinn im Leben, verliert jeglichen Spaß an den Dingen, die man tut, und befindet sich in einem ständigen Kampf mit einem selbst. Das klingt ziemlich depressiv, nicht wahr? Wie will man ein schönes Leben führen, wenn man sich gar nicht wohl fühlt in der eigenen Haut?

Selbstliebe hingegen bringt mehr Lebensfreude, Glück, Gesundheit, Kraft und positive Energie mit sich. Sie ist so wichtig, weil wir Menschen eben auch wichtig sind. Und das ist nicht in dem Sinne gemeint, dass der Mensch wie ein Gott über allem steht. Nein, aber jeder Mensch ist für seine eigene Realität, für dieses Leben auf Erden von Bedeutung. Jeder einzelne erfüllt einen Zweck auf Erden, mag er auch nur so klein und nichtig sein. Ein einzelner Mensch kann viel bewirken - dafür muss er nur an sein eigenes Potenzial glauben und sich selbst anerkennen.

Aber auch auf kleine Sicht gesehen ist Selbstliebe bedeutsam: wenn wir in der Lage sind, uns selbst anzuerkennen und wertzuschätzen, lassen wir uns weniger von anderen Menschen manipulieren, die meinen, über uns zu stehen. Auch uns selber manipulieren wir weniger, da wir uns unserer eigenen Stärke bewusst sind. Wir sind gelassener, freier, glücklicher. Wir können unsere Liebe mit den Menschen um uns herum teilen. Wir können auch mehr Liebe zulassen. Wir stehen für uns selbst ein. Wir leben gesünder, da wir unseren Körper wertzuschätzen wissen. Alles macht mehr Spaß, da wir uns keine Gedanken mehr darum machen, wie bescheuert wir jetzt vielleicht bei dieser einen Sache aussehen mögen.
Alle Bilder in diesem Post habe ich auf Pinterest gefunden
Ich könnte die Liste noch weiter fortsetzen, genauso wie diesen Post, aber fürs erste soll das erstmal genug sein. Zum Abschluss möchte ich nur noch sagen: Selbstliebe ist dein Geburtsrecht. Du musst es dir nicht erst durch harte Arbeit verdienen. Sie ist jederzeit da und wartet darauf, von die erlebt zu werden. Es ist deine Entscheidung: nutze ich die wunderbare Kraft der Selbstliebe, die mir jederzeit gegeben ist, oder beschließe ich, weiterhin im Kampf mit mir selbst zu sein?

In diesem Sinne: feiere dich selbst und schenk dir selbst Liebe.

"Where Focus Goes, Energy Flows"

Ich habe gefühlt ewig nichts mehr hier gepostet - das liegt daran, dass das "wirkliche" Leben endlich bei mir stattfand. In den letzten Wochen habe ich viel bewältigen und Fortschritte machen können: ich habe einen Minijob angefangen, mich weiterhin auf meine Yoga-Ausbildung konzentriert, bin mehr rausgegangen, habe mich mit Freunden getroffen, neues ausprobiert und auch an mir selbst gearbeitet. Mein Fokus verlagert sich allmählich weg von dem Thema "Recovery" und mehr zu dem, was ich WIRKLICH im Leben will. Und das ist großartig. Es ist nicht so, dass ich jetzt, wo ich nicht mehr 24/7 an Recovery denke, mich total gehen lasse. Nein, es ist eher sogar das Gegenteil der Fall: je mehr ich mich auf die Dinge fokussiere, die im Leben wirklich eine Rolle spielen, desto leiser wird die Stimme der Essstörung in meinem Kopf. Je weniger Aufmerksamkeit ich ihr schenke, desto mehr schrumpft sie.

Klar habe ich noch so meine "Problemchen" und bin nicht komplett geheilt von der Magersucht. Aber ich bin auf dem besten Weg seit Jahren. Weil ich immer mehr verstehe, worum es im Leben eigentlich geht. Weil ich immer mehr sehe, dass die Essstörung nur Lügen erzählt. Weil ich ich selbst sein möchte.

"What you focus on, grows" - das hört man ja ziemlich oft, vor allem wenn man sich mit Spiritualität beschäftigt. Und es könnte echt nicht wahrer sein: worauf man sich am meisten fokussiert, das wird auch zum Lebens-Mittelpunkt. So gesehen geben wir zum Beispiel der Essstörung nur noch mehr Kraft, wenn wir uns auf Themen wie Essen, Sport, backen, kochen usw. beschäftigen, auch wenn sie sich von "so wenig wie möglich" zu "so gesund und ausreichend wie es nur geht" hin bewegt. Denn selbst wenn wir uns auf Recovery konzentrieren, geben wir der Essstörung noch Aufmerksamkeit, denn wir befassen uns damit gleichzeitig mit der Bekämpfung der Essstörung.

Gefunden bei Pinterest
Natürlich ist es tausendmal besser, sich auf Recovery statt auf die Essstörung zu fokussieren - darin besteht kein Zweifel. Aber vielleicht wäre es ja besser, sich auf ein "normales" Leben zu konzentrieren? Das Essen Essen sein lassen. Ein wenig Sport als Teil eines gesunden Lifestyles anzusehen. Dinge tun, die gesunde und "normale" Menschen auch tun, wie sich mit Freunden treffen, Hobbys nachgehen usw.. Mir hat es extrem geholfen zu verstehen, dass meine "Obsession" rund um das Thema Essen und Ernährung zu einem Großteil durch die Essstörung verursacht worden ist. Früher spielten diese Themen nur eine kleine Rolle in meinem Leben: da war Essen für mich Energie, Genuss und auch ein Mittel, mich mit Familie und Freunden zu versammeln und gemeinsam eine schöne Zeit zu haben. In diesem Post hier bin ich bereits ausführlich darauf eingegangen, was ein Hungerzustand mit dem Menschen, mit seinem Körper und seiner Psyche, anstellt - wenn du also mehr darüber erfahren willst, lies dir den am besten nochmal durch. Ich bin auf jeden Fall der Überzeugung, dass Essen nicht den Lebensmittelpunkt einer Person darstellen sollte, außer natürlich diese Person ist beruflich auf diesem Gebiet unterwegs oder hat eine Leidenschaft dafür, die aber keine krankhaften Züge aufweist.

Nicht zuletzt isoliert man sich in gewisser Weise auch von der Welt, indem man sich nur in seiner eigenen "Recovery-Blase" aufhält und den Blick für die eigentliche Welt da draußen verliert. Durch die Krankheit habe ich lange Zeit ein Stück von mir selbst vergessen - der Anteil in mir, der Videospiele liebt, der gerne mal Scherze macht, sich der Welt zeigen möchte. Jetzt, wo ich meinen Fokus weg von Recovery und Krankheit lege, geht es mir einfach tausendmal besser und ich fühle mich mehr wie ich selbst. Und wie habe ich das gemacht, den Fokus auf etwas anderes zu richten? Indem ich mich aktiv von diesen essgestörten Themen wegbewegt habe. Habe ich mich dabei ertappt, wie ich im Buchladen stundenlang bei den Rezeptbüchern stand, hab ich mir "STOPP" gesagt und bin zu den Romanen oder gleich aus den Laden rausgegangen. Wollte ich eine Kochshow ansehen, hab ich mich für einen Anime, ein Teenie-Drama oder eine Komödie stattdessen entschieden. Also muss man erst einmal schauen, welche die Handlung ist, die von der Essstörung kommt und sich dann bewusst dagegen und für eine normalere, "gesündere" Handlung entscheiden. Anfangs fiel mir das extrem schwer, vor allem eben wenn man noch sehr am Anfang seiner Genesung ist, aber je öfter man es tut, desto einfacher wird es, so wie bei fast allem in Leben.


Jede Entscheidung zählt, so klein sie auch sein mögen. Sie werden sich aufaddieren. Ein Akt gegen die Krankheit pro Tag bedeutet 365 Schritte zur Gesundheit pro Jahr. Das wichtigste dabei: den Fokus nicht aus den Augen lassen. Sich immer wieder daran erinnern, was man möchte. Und danach handeln. Man kann nur gesund werden, indem man sich gesund verhält, gesund denkt.

Wenn sich die Gedanken nur noch ums Essen drehen...

Der erste Post im neuen Jahr - ich hoffe, dass du gut in das Jahr 2019 gestartet bist! Die letzten Wochen gab es hier eher wenig von mir zu hören, da natürlich zum einen Weihnachten anstand und ich arbeiten ging. Jetzt habe ich wieder etwas mehr Zeit und hoffe, etwas aktiver auf meinem Blog zu werden.

In diesem Post möchte ich auf eine Sache eingehen, die mich besonders in der Vergangenheit, aber auch jetzt ab und zu noch sehr beschäftigt: der permanente Gedanke ums Essen. Wenn sich alles nur noch ums essen bzw. nicht-essen dreht; wenn man lieber Kochbücher statt Romane liest; sich Food Diaries statt unterhaltsame Videos auf YouTube anschaut oder sich nicht mehr auf seine Hausaufgaben konzentrieren kann, weil man nur an das eine denkt: Essen.


Ich kann gar nicht beschreiben, wie belastend diese obsessiven Gedanken rund um dieses Thema sind. Egal ob man es will oder nicht, man denkt ganz automatisch an Essen. Es geht sogar so weit, dass man, wenn man einen Film anschaut, nur auf die Lebensmittel achtet, die die Schauspieler oder Figuren im Film essen. Mich hat zum Beispiel mal ein Kumpel darauf hingewiesen: er hat mir ein Video von seiner neuen Wohnung geschickt und das erste, was ich dazu sagen musste, war wie witzig ich es fand, dass er sein Toastbrot direkt neben dem Bett im Bücherregal gelagert hatte. Daraufhin hat er nur gesagt "Du achtest aber auch immer nur aufs Essen :D" Andere Male konnte ich nicht einschlafen, weil ich von Haferbrei fantasiert habe. In der Nacht musste ich sogar von Haferbrei träumen... Die Erleichterung war groß, als ich mir am nächsten Tag zum Frühstück meinen Brei kochen konnte.

Wie kommt es, dass sich alles im Kopf nur noch um dieses eine Thema dreht? Die Antwort ist eigentlich ganz einfach: weil der Körper Nahrung braucht. Der Körper schickt dir Signale ans Essen in der Hoffnung, dass du darauf reagierst und ihn fütterst. Höchstwahrscheinlich achtest oder hast du lange nicht mehr auf deine Hungersignale geachtet, also muss er jetzt auf andere Mittel und Wege zurückgreifen - deine Gedankenwelt. Selbst bei "normalen" Menschen ist es so, dass sie nur ans Essen denken können, wenn sie unglaublich großen Hunger haben. Da ist allerdings der Unterschied, dass diese Gedanken wieder vergehen, sobald sie gesättigt sind. Bei Menschen mit Essstörungen sieht das anders aus. Die Gedanken scheinen immer da zu sein, egal, wieviel man gegessen hat. Das ist wieder nur ein Zeichen dafür, in was für einem Mangelzustand sich dein Körper befindet. Deswegen kann es sein, dass du, obwohl du vielleicht schon am zunehmen bist und ordentlich isst, immer noch so viele Gedanken ums Essen hast. Dein Körper wird sich nicht von heute auf morgen komplett von der Hungerphase erholen - das braucht Zeit.

Bildquelle - ich fand das Bild iwie ganz passend :D
Was hilft nun gegen diese Gedanken? Das einzige, was langfristig hilft, ist genug zu essen. Und vor allem auch ausgewogen. Nur wenn du deinem Körper ausreichend Energie zuführst, baut er wieder Vertrauen zu dir auf und hört damit auf, dir permanent deine Gedankenwelt mit Bildern von Essen vollzustopfen. Wichtig ist eben auch, dass du nicht in die Falle gerätst und irgendwelche Lebensmittel aus deiner Ernährung ausschließt, wie beispielsweise Kohlenhydrate. Denn Verzicht auf eine Sache wird immer bewirken, dass sich die Gedanken um diese Sache anhäufen. (Wenn ich dir sage "Denke nicht an einen pinken Elefanten!" wirst du automatisch an diesen pinken Elefanten denken, stimmts? So ähnlich ist das auch bei der Ernährung: "Iss keine Kohlenhydrate!" und du wirst automatisch Gelüste nach Brot, Nudeln, Keksen usw. verspüren)

Natürlich braucht es dabei auch Zeit, bis die Gedanken ums Essen weniger werden. Aber ich persönlich finde es schon mal angenehmer mit diesen Gedanken umzugehen, wenn man sich dann auch erlauben kann, die Dinge zu essen, an die man die ganze Zeit denkt.

Ansonsten kann ich nur noch den Tipp geben, sich aktiv auf andere, wichtigere Dinge zu konzentrieren - Dinge, die einem vor der Essstörung Spaß bereitet haben, bei denen man alles andere um sich rum vergesset hat. Vielleicht ist das malen, sich mit Freunden treffen, Fotographie oder ähnliches. Und vor allem sollte man aktiv versuchen, NICHT auf Essensgedanken einzugehen. Wenn man sich zum Beispiel gerade dabei erwischt, wie man ein Food Diary nach dem anderen anschaut, dann SOFORT AUFHÖREN und ein Video angucken, in dem es garantiert nicht um Essen, kochen oder Fitness geht. Das hilft mir sehr dabei, den Fokus auf andere Dinge zu richten, auch wenn es erstmal nur eine eher kurzfristige Lösung ist.

Mittlerweile sind bei mir diese Gedanken zu Glück um einiges weniger geworden, wofür ich unglaublich dankbar bin. Trotzdem habe ich ab und zu noch Tage, wo sich diese Essensgedanken wieder anhäufen. Aber schon allein im Vergleich zu vor ein, zwei Jahren ist es echt besser geworden.

Ich hoffe, dass dir der Post helfen konnte. Wenn du gerade in dieser Situation bist und nur ans Essen denken musst, dann versichere ich dir hiermit, dass es wieder besser wird, wenn du deinem Körper gibst, wonach er verlangt, was er braucht. Du schaffst das.

Meine 5 wichtigsten Erkenntnisse

In den letzten Jahren konnte ich einige Erkenntnisse sammeln, die mir auf meinem Weg aus der Essstörung immens geholfen haben. Die wichtigsten habe ich in diesem Post zusammengefasst:

1. Gedanken können dir nicht wehtun, außer, du lässt es zu. Es sind "nur" Gedanken. Sie entsprechen nicht immer der Realität. Wir können vielleicht nicht immer kontrollieren, was genau wir denken, doch wir haben die Macht, uns zu entscheiden, welchen Gedanken wir Glauben schenken wollen und welchen nicht.
Ein Beispiel: Ich stehe vor dem Spiegel und denke "Ich bin zu dick". Im ersten Moment schenke ich diesem Gedanken Glauben, suche nach Argumenten, die diesen Gedanken befürworten. Doch wenig später blicke ich rational auf die Situation: es ist die Essstörung, die mir genau das einreden will und daher auch meine Sicht etwas verzerrt (Körperschemastörung). Solange ich laut Arzt noch untergewichtig bin bzw. mein Gewicht im Normalbereich liegt, kann ich nicht dick sein. Die Krankheit versucht einfach nur wieder, mich runterzureißen und zum abnehmen zu bewegen. Möchte ich das? Nein! Der Gedanke ist eine Lüge, er entspricht nicht der Wahrheit. Deswegen sollte ich auch nicht weiter an ihm festhalten.
Genauso gut hätte ich aber auch auf den Gedanken eingehen können. Hätte ich ihm geglaubt, wäre ich den ganzen Tag lang mies gelaunt gewesen, hätte mein Essen wahrscheinlich reduziert oder mehr Sport gemacht. Ich hätte mir eingebildet, dass meine Hüften ausladender geworden sind, mein Gesicht fülliger wirkt und meine Sachen enger sind. Aber nichts von dem ist wahr. Es ist NUR ein Gedanke.
Klar ist es nicht so einfach wie es hier dargestellt ist, aber je öfter man sich vor Augen hält, dass es ja "nur" Gedanken sind, desto besser lernt man mit ihnen umzugehen.


2. "Things tend to scream when they get killed" - das Zitat ist von Amalie's Blog "Let's Recover" und ich sage es mir immer wieder, wenn ich extrem schlechte Phasen durchmache. Dann erinnert mich dieser Spruch daran, dass diese negativen Gedanken aufkommen, weil ich höchstwahrscheinlich etwas getan habe, dass die Essstörung schwächer werden lässt. So paradox es auch klingen mag, aber wenn man sich schlecht fühlt, weil man z.B. ein "Fear Food" oder ähnliches gegessen hat, dann hat man ja eigentlich alles richtig getan, auch wenn man jetzt vielleicht schuldig fühlt. Diese Schuldgefühle sind ein Beweis dafür, dass man GEGEN die Krankheit vorgegangen ist und etwas FÜR seine Gesundheit getan hat!

3. Ich allein bin verantwortlich für meine Genesung - kein anderer kann für mich "gesund werden". Ich wünschte, ich hätte das schon viel viel eher realisiert. Im Prinzip ist es eigentlich offensichtlich, dass nur man selbst für seine Gesundheit etwas tun kann. Natürlich kann man auch die Hilfe eines Arztes oder Therapeuten in Anspruch nehmen, doch deren Hilfe wird nur Früchte tragen, wenn man aktiv mit ihnen zusammenarbeitet und deren Ratschläge umsetzt. Essen muss man selber. Zunehmen muss man auch selbst erledigen. Ängste können auch nur von einem selbst überwunden werden. Diese Arbeit kann kein Arzt der Welt für einen übernehmen.

Bildquelle
4. Es gibt keinen "leichten" Weg. Manchmal muss man einfach ins kalte Wasser springen. In unserer heutigen, modernen Welt scheint es für jedes Problem ein Wundermittel oder eine Abkürzung zum Ziel zu geben. So aber nicht im Fall einer Essstörung. Es gibt nicht DIE eine Methode, mit der man es schmerzlos und schnell aus der Krankheit schafft. Es führt kein Umweg darum, seinen Ängsten ins Gesicht zu blicken. Man muss wortwörtlich in den sauren Apfel beißen, um gesund werden zu können. Aber genau diese Dinge im Leben, die viel Überwindung und harte Arbeit kosten, sind es am Ende am meisten wert.
Es hilft nicht, ewig nach einer "perfekten" Lösung für sein Problem zu suchen. Es gibt keinen "quick fix". Man muss manchmal "einfach" machen - obwohl es echt nicht einfach ist. Aber je eher man sich den schweren Aufgaben stellt, desto eher hat man sie auch hinter sich.

Bildquelle
5. Ich bin nicht meine Essstörung. Auch wenn man an einer Essstörung erkrankt ist, heißt das noch lange nicht, dass man diese Krankheit auch ist. Was die Essstörung will unterscheidet sich klar von der gesunden Seite in einem selbst. Ich stelle mir es gerne so vor, dass die Krankheit ein ungebetener Gast in meinem Kopf ist, der sich aber gerne als ich ausgibt. Es ist halt ein bisschen zweigeteilt: da gibt es die gesunde und die kranke Seite. Mal ist die eine Seite stärker, mal ist sie schwächer. Das Gute ist aber, dass man die kranke Seite loswerden kann, wenn man sich aktiv für die gesunde entscheidet.
Wenn man also z.B. denkt "Ich habe heute zu viel gegessen", dann ist das die Essstörung, nicht man selbst! Mit der Zeit lernt man, diese beiden Seiten zu unterscheiden. Es ist echt nicht immer leicht, deswegen ist es auch immens wichtig, ehrlich mit sich selbst zu sein.
Ich will in Wahrheit gar nicht hungern, abnehmen oder mich isolieren. Das will alles die Krankheit, nicht ich selbst. Ich will leben, lachen und genießen. Und das geht nur ohne Essstörung.


Ich könnte wahrscheinlich noch hunderte weitere Erkenntnisse aufschreiben, aber diese sollen fürs erste genügen. Lasst mich wissen, was eure wichtigsten Erkenntnisse sind! Ich hoffe, dass der Post euch helfen und inspirieren kann.

Erste Schritte aus der Essstörung

Die ersten Schritte aus der Essstörung sind meiner Erfahrung nach die schwierigsten. Vielleicht ist man zu der Erkenntnis erlangt, dass man wieder gesund werden muss, aber weiß gar nicht, wie und wo man anfangen sollte. Oder man fühlt sich nach wie vor nicht zu hundert Prozent bereit für Veränderung, weiß aber, dass sich etwas ändern muss.

Ein Geheimrezept dafür, wie man es erfolgreich aus der Essstörung schafft, gibt es natürlich nicht. Und es gibt auch nicht "den einen und einzigen Plan", mit den man es ganz sicher schafft. Am Ende muss jeder seinen eigenen Weg gehen. Aber ich kann euch mit meinen Ratschlägen hoffentlich etwas Angst nehmen und dafür mehr Mut geben.
Bildquelle: Pinterest
  1. Bitte um Hilfe. Essstörungen sind ernst zu nehmende Krankheiten, für die man sich professionelle Hilfe zulegen sollte, z.B. in Form eines Arztes, eines Psychotherapeuten und Ernährungsberaters. Sie begleiten euch auf eurem Heilungsweg, stellen sicher, dass euer Körper wieder zu Kräften kommt, dass ihr wieder zu einem normalen Essverhalten zurückkehrt und helfen euch dabei, gegen die negativen Gedanken und Verhaltensweisen vorzugehen. Genauso wichtig ist aber auch Unterstützung seitens der Familie oder von Freunden. Nicht nur tut es gut, sich ihnen gegenüber anzuvertrauen und zu öffnen; sie sind auch eine tolle Unterstützung während der Mahlzeiten, lenken euch ab und helfen euch nach kleinen Zusammenbrüchen wieder aufzustehen und weiter zu machen. Ganz ohne Hilfe kann man es natürlich auch aus der Krankheit schaffen, aber mit Hilfe gestaltet sich der Heilungsprozess etwas reibungsloser und weniger problematisch. Man hat jemanden, der ein genaues Auge darauf wirft, falls man langsam zurückfällt; man kann über die Probleme und schlechten Gedanken sprechen und anschließend Lösungen dafür suchen; man weiß besser darüber Beschied, ob der eigene Körper erhebliche, aber unbemerkte Schäden durch die Krankheit genommen hat und kann besser gegen diese vorgehen, falls vorhanden. Es ist, einfach gesagt, eine zusätzliche Absicherung auf dem Heilungsweg.
  2. Lass los von allem, was dich an der Krankheit festhalten lässt. Folgst du Leuten auf Social Media, die dich triggern? Entflogen ihnen. Hast du ein Tagebuch, dass dich an schlechte, alte Zeiten erinnert? Verstecke es in der hintersten Ecke deines Zimmers oder verbrenne es. Hast du Fotos von dir, auf denen du besonders krank aussiehst? Lösche oder schmeiße sie weg. Du brauchst das alles nicht mehr. Dein Fokus sollte nun auf Gesundheit liegen, nicht auf Krankheit. Solche Erinnerungen werden dir den Heilungsprozess nur schwer machen und dich in schweren Zeiten runterziehen. Umgebe dich stattdessen mit positiven, aufbauenden Dingen: folge z.B. Body Positivity Accounts auf Social Media, höre Musik, die dich zum lachen bringt, schaue Filme, die du schon während deiner Kindheit geliebt hast. Du bist nicht diese kranke Person; in dir steckt so viel mehr Leben, Freude und Liebe, als du denkst. Begib dich auf die Suche danach, was und wer du bist.
  3. Fange an, wieder mehr zu essen. Auch wenn man es am besten so schnell wie möglich schaffen sollte, kann es sehr gefährlich sein, von jetzt auf einmal sehr sehr viel zu essen - Stichwort: Refeeding Syndrom. Beim Thema Essen rate ich auf jeden Fall dazu, es langsam (aber natürlich nicht zu langsam) anzugehen, von Tag zu Tag ein bisschen mehr seine Essensmenge zu steigern und am allerbesten wäre es, einen Ernährungsberaters zu Rate zu ziehen, der dann mit einem einen Plan aufstellt, wie man wieder zu einem normalen Essverhalten gelangt. Verlasse dich nicht nur auf Quellen aus dem Internet, wenn es darum geht, was und wieviel man in Recovery an Essen braucht. Das Internet hat durchaus gute Informationen zu bieten, aber leider auch sehr viele schlechte. Dazu kommt, dass man im Netz keine individuelle Beratung bekommt, wie das bei einem Ernährungsberater oder Arzt der Fall wäre. Ganz so einfach wie "einfach wieder mehr essen" gestaltet sich die Sache natürlich nicht. Der Kopf wird sich wahrscheinlich gegen jeden Bissen wehren, aber man muss im Kopf behalten, wofür man das alles macht. Jede Mahlzeit ist eine Entscheidung: möchte ich leben oder krank sein? Essen - Leben und Gesundheit. Nicht essen - krank sein und schließlich sterben. Zu essen heißt nicht, schwach zu sein. Im Gegenteil: es heißt, dass man stark ist, dass man ein Kämpfer ist und dass man sein Leben wieder zurückgewinnt. Mir hat es auch geholfen, dass bei jeder Mahlzeit ein Familienmitglied dabei war, das darauf aufgepasst hat, dass ich auch wirklich esse und nichts von meinem Essen verstecke oder ähnliches.
  4. Verabschiede dich von der Waage. Klar ist es wichtig, dass das Gewicht weiterhin unter Beobachtung steht, damit man sicher gehen kann, dass man auch wirklich zunimmt. Aber gerade am Anfang des Heilungsprozesses nimmt man meist sehr sprunghaft und auch viel zu - das ist in den allermeisten Fällen nur Wasser, das sich im Körper ansammelt. Und das zu sehen kann einen ziemlich runterreißen und triggern. Deswegen: die Waage vorerst verbannen. Es nützt nichts, sein Gewicht ständig zu kontrollieren. Es wird einen nur vom weiterkämpfen abhalten... Am besten lässt man das Gewicht von jemand anderem kontrollieren, z.B. von den Eltern oder vom Arzt, indem man sich einfach blind auf die Waage stellt. Glaub mir, es ist um einiges entspannender, sein Gewicht vorerst nicht zu wissen. Das hat mir zumindest erleichtert, wieder mehr zu essen und mir die Laune nicht von einer unbedeutenden Zahl vermiesen zu lassen.
  5. Motiviere dich. Jeden Tag. Und denke positiv. Das ist wahrscheinlich die wichtigste Sache, die mir auf meinem Weg aus der Essstörung geholfen hat bzw. immer noch hilft. Hätte ich mir nicht jeden Tag vor Augen gehalten, wofür ich kämpfe, was ich durch Recovery gewinnen werde und an mich selbst geglaubt, wäre ich jetzt wahrscheinlich immer noch tief in der Krankheit gefangen. Ich habe mir eine Liste mit Gründen aufgeschrieben, warum ich gesund werden will; habe mir meine Lebensziele vor Augen gehalten und versucht, so positiv wie nur möglich zu denken. Vor allem letzteres ist nicht einfach - am Anfang fühlt es sich vielleicht so an, als würde man sich selbst nur belügen, indem man positiv denkt, aber je öfter man es macht, desto besser und natürlicher wird es einem vorkommen. Ganz nach dem Motto "Fake it till you make it". Positive Gedanken rufen positive Energie hervor. Punkt. Und positiver zu denken sollte doch auch das Ziel der Recovery sein, oder etwa nicht? Sich von depressiven, selbstzerstörerischen Gedanken zu lösen? Dann am besten gleich damit anfangen. Es wird nicht von alleine besser; man muss etwas dafür tun. Deswegen wird auch immer wieder gesagt, wie schwer es ist, sich von der Krankheit zu lösen. Es ist extrem harte Arbeit, die auf so vielen verschiedenen Ebenen stattfindet. Wer nicht weiß, wie man sich motivieren kann, kann inspirierende Bücher lesen, Podcasts hören, motivierende Videos auf YouTube schauen oder auf Pinterest nach Zitaten Ausschau halten.
  6. Schau nicht darauf, was andere machen. DU gehst deinen eigenen Weg! Kopiere nicht andere, suche nicht obsessiv nach "DEM" Weg, nach dem Geheimrezept, das dich retten wird. Fang "einfach" an (einfach ist es natürlich nicht, aber ihr wisst hoffentlich, wie ich da meine). Traue dich. Und schau, was DIR hilft, nicht, was anderen hilft. Du kannst dich natürlich darüber informieren, wie es andere aus der ES geschafft haben, aber behalte im Kopf, dass kein Weg dem anderen gleicht. Vielleicht musst du erst etwas rumprobieren, bevor du erkennst, was dir hilft. Das ist vollkommen normal. Was ich sagen will ist, dass du nicht erwarten solltest, dass Recovery genauso ablaufen wird, wie andere es behaupten. Jeder hat da unterschiedliche Ansichten und Erfahrungen, andere Ängste, die bekämpft werden müssen. Du musst nicht in eine Klinik gehen, nur weil es X geholfen hat. Du musst auch nicht Y Kalorien am Tag essen, um Erfolg zu haben. Andere Voraussetzungen, andere Lösungswege.
Bildquelle: Pinterest

Ich hoffe, dass euch diese Tipps helfen! Verliert nicht die Hoffnung, es wird besser werden. Aller Anfang ist schwer. Aber je schneller man sich überwindet, die ersten Schritte zu tun, desto kürzer muss man leiden. Jeder kann es schaffen!

Tipps zum zunehmen

In einem anderen Post habe ich bereits ein paar Tipps mit euch geteilt, wie man mit der Gewichtszunahme und den dabei auftretenden Schuldgefühlen umgeht. In diesem Beitrag möchte ich einige Tipps mit euch teilen, WIE man zunimmt, was meine Tipps dazu sind. Denn anders als die meisten Menschen denken, ist zunehmen nicht immer einfach, vor allem nicht für jemanden mit Magersucht.

Um zuzunehmen ist es als allererstes natürlich wichtig, mehr zu essen als man verbraucht. Wieviel man braucht, variiert von Person zu Person. Damit die Gewichtszunahme auch gut voran geht, sollte man Sport oder andere Arten von Aktivitäten so gut es geht einschränken, um eben nicht zu viel Energie zu verbrauchen. Man sollte auch nicht unterschätzen, wieviel Energie in Form von Essen in Recovery erforderlich ist zum zunehmen! Es kann durchaus passieren, dass man das doppelte von einer gesunden Person essen muss, um Fortschritte zu sehen.

Nun geht es um die Frage, wie man so viel Essen zu sich nehmen soll. Generell eignen sich natürlich Lebensmittel mit einer hohen Kaloriendichte oder auch "flüssige Kalorien". Diese füllen den Magen nicht so sehr, sodass man bei geringen Mengen an Essen trotzdem reichlich Kalorien zu sich nimmt. Hier mal ein paar Lebensmittel, die auf kleinem Volumen viel Energie bringen:
  • Avocado
  • Nüsse
  • Trockenfrüchte
  • Milch(-getränke)
  • Säfte und Smoothies
  • Eiscreme
  • verschiedene Aufstriche (Erdnussmus, Butter, Nutella etc.)
  • Brot, Toast, Brötchen
  • Süßigkeiten und Schokolade
  • Reis, Pasta, Couscous, Haferflocken etc.
  • Granola
  • Öl
Nüsse kann man so essen, unters Müsli mischen oder beim backen mit verwenden
Datteln, Kokos-Chips und getrocknete Mango sind meine absoluten Favoriten!
Es ist weniger hilfreich, auf low fat oder low carb Produkte zurückzugreifen - diese Produkte sind eher für Menschen geeignet, die auf Diät sind und abnehmen wollen. Auch ist es nicht sehr empfehlenswert, viele Ballaststoffe zu sich zu nehmen, denn diese sättigen sehr. Ballaststoffe sind zwar gesund und definitiv essentiell für den Menschen, aber man sollte es nicht mit ihnen übertreiben indem man den ganzen Tag nur ballaststoffreiches Obst und Gemüse isst. Natürlich kann man diese Lebensmittel trotzdem noch essen (man sollte sich in Recovery am besten gar nicht einschränken von der Lebensmittelauswahl her), aber da diese den Magen sehr füllen und nur wenig Kalorien liefern, wäre es schlauer, kalorienreichere Nahrungsmittel zu bevorzugen.

Was auch hilfreich ist, ist viele Snacks einzubauen, oder allgemein eher mehrere kleine Mahlzeiten statt ein paar wenige große zu essen. So verhindert man unangenehme Völlegefühle nach dem Essen, die vielleicht auch negative Gedanken hervorrufen, bekommt aber trotzdem genug Energie, da man in regelmäßigen Abständen was isst. Das kann sich aber auch von Person zu Person unterscheiden - der eine findet es leichter, ein paar große Mahlzeiten zu essen, der andere bevorzugt mehrere kleine Mahlzeiten, um auf seine Menge zu kommen.

Was ich gerne mal mache, um mein Essen oder meine Getränke anzureichern, ist Proteinpulver oder Kokosmehl unterzumischen. Passt perfekt zu Smoothies oder Haferbrei! Zwar ist gerade Proteinpulver etwas umstritten, aber solange man dies nur zusätzlich nimmt und nicht ein Hauptnahrungsmittel darstellt, sehe ich nichts verkehrtes daran. Und ein kleiner Tipp dazu: pflanzliche Proteinpulver werden von den meisten besser vertragen ;)

Eventuell kann man auch hochkalorische Zusatznahrung einbauen (so etwas wie Fresubin, Fortimel oder Ensure), die pro Getränk bis zu 400 kcal liefern können. Da aber nicht jeder Zugriff zu diesen hat, kann man sich auch selber hochkalorische Shakes oder Smoothies zubereiten! Ich finde Shakes so hilfreich, da man wirklich alles mögliche reinhauen kann, sie schnell zubereitet und getrunken sind, man die Geschmäcker variieren kann und sie halt viel Energie liefern. Folgende Zutaten eignen sich gut für solche Shakes:
  • Milch oder Pflanzendrinks
  • Kokosmilch aus der Dose
  • Joghurt oder Pudding
  • Eis
  • Avocado (besser nicht zu viel für den Anfang, da man es durchaus rausschmecken kann)
  • Banane
  • Proteinpulver oder Kokosmehl
  • Kokosraspel
  • Chia- und Leinsamen
  • Nüsse und Nussmus (Mandel- und Cashewmus schmecken relativ neutral und passen daher zu fast allem; machen den Shake wunderbar cremig)
  • Nutella oder andere süße Aufstriche
  • Datteln oder andere Trockenfrüchte
  • Sirup (Ahornsirup, Agavendicksaft und ähnliches)
  • Haferflocken (schmeckt man nicht heraus und machen alles schön cremig) oder Müsli
  • Kakaonibs oder Kakaopulver
  • ein bisschen Öl (klingt komisch, aber wenn man nicht gerade Massen dranhaut, schmeckt man es auch kaum; gerade Kokosöl verleiht einen schönen Geschmack)
Haferflocken und Chiasamen machen Smoothies und Shakes dickflüssig und geben viel Energie
Verschiedene Nussmuse müssen bei mir immer zu Hause sein - sie sind so vielseitig und schmecken unglaublich lecker

Hier noch ein paar mehr Ideen, was man machen kann, um mehr Kalorien in die Ernährung einzubauen:
  • Energiebälle und verschiedene Riegel (es gibt direkt hochkalorische Riegel, aber so etwas wie Clif Bars oder Schokoriegel eignen sich bereits sehr gut; kann man kaufen oder selber machen)
  • Granola statt Müsli verwenden
  • "richtiges" Brot statt Reiswaffeln oder Knäckebrot
  • Soßen zum Essen servieren (man kann sich leckere Soßen/Dressings aus Nussmus machen, sowohl in einer süßen als auch in einer herzhaften Variante)
  • Nussmus über jedes Essen (schmeckt super, ungelogen! Zum Beispiel Süßkartoffeln mit Tahini oder Banane mit Erdnussmus)
  • Pesto (passt zu Nudeln aber auch zu Reis oder auf Brot)
  • immer Snacks mit dabei haben für den Notfall (Studentenfutter, Riegel, kleine Milchpackungen)
  • Essen in Öl oder Butter anbraten
  • Haferbrei mit Milch statt mit Wasser (außerdem kann man, ähnlich wie bei den Shakes, so gut wie alles dran- und draufhauen: Nussmus, Kakaonibs, Schokolade, Kakaopulver, Chiasamen, Banane, Sirup etc.)
  • Heiße Schokolade oder sogar Kaffee mit Milch, Zucker/Sirup und Sahne
  • Nüsse und Samen als Topping für sowohl süße als auch herzhafte Speisen
Clif Bars gehören mit Abstand zu meinen Lieblingssnacks!
So, das war erstmal alles zu dem Thema. Wer noch weitere Tipps hat, kann die gerne in den Kommentaren mit uns teilen. Ich hoffe, dass die Tipps euch helfen!

Wie geht man mit der Gewichtszunahme um?

Um von einer Essstörung zu heilen, ist es oft unausweichlich, dass man auch an Gewicht zunehmen muss, um gesund zu werden. Das kann sowohl für Leute zutreffen, die untergewichtig sind, aber auch für welche, die im Normalgewicht sind. Der Prozess des zunehmens ist kein einfacher. Er erfordert viel Kraft und Mut. In diesem Post habe ich meine Tipps zusammengestellt, wie ich mit der Gewichtszunahme klarkomme.


  • Einsehen, dass man ein Problem hat und zunehmen muss. Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung. Wenn man sich nämlich nicht selbst eingesteht, dass man krank ist und das Problem nicht erkennt, kann man auch nicht an diesem arbeiten. Fühlst du dich schlapp, kannst nicht klar denken und hast kaum Energie zum leben? Dann ist das ein klares Zeichen dafür, dass etwas mit dir nicht stimmt. Sieh diesen Zustand nicht als "normal" an sondern akzeptiere, dass sich etwas an deiner Situation ändern muss. Wenn du dich vielleicht als "zu dick" empfindest und nicht meinst, dass du zunehmen müsstest, dann vertraue auf Logik und die Meinung anderer, vor allem der deines Arztes oder deines Therapeutens. Eigentlich bin ich nicht sehr überzeugt von dem Konzept des BMIs, aber kann zumindest als Orientierung dienen um zu sehen, wie weit entfernt man vom "Normalgewicht" ist. Wenn dieser weit unter "normal" ist, kann man sich sicher sein, dass man ein ungesundes Gewicht hat und eine Zunahme mehr als nötig ist. Hat man erstmal das Problem erkannt, kann man viel besser daran arbeiten und man wehrt sich nicht mehr so sehr dagegen. Angenommen man akzeptiert die Gewichtszunahme nicht, dann wird man unterbewusst auch alles dafür tun, dass es nicht zu einer Zunahme kommt und man wird sich auch viel schlechter fühlen über jedes Gramm mehr. Akzeptiert man sie hingegen, kommt man besser voran, freut sich vielleicht sogar etwas über die Zunahme und hat auch mehr Spaß an dem Prozess. Klar, Recovery ist alles andere als einfach, aber trotzdem gibt es Möglichkeiten, diesen Weg etwas spaßiger zu gestalten.
  • Motivation. Was gewinnst du, wenn du zunimmst? Inwiefern wird sich dein Leben zum positiven ändern, wenn du zunimmst? Was ist der Grund, warum du einen gesunden Körper haben möchtest? Fokussiere dich nicht auf das, was du durch das zunehmen eventuell "verlierst" - in Wahrheit gewinnt man nämlich nur dazu, wenn man gegen die Essstörung ankämpft und seine Gesundheit wiedererlangt. Schreibe deine Motivation auf, deine Gründe, warum du zunehmen willst. Meine Motivation ist es zum Beispiel, dass ich durch die Gewichtszunahme wieder mehr Energie habe um die Sachen zu machen, die mir Freude bereiten. Ich möchte mich besser konzentrieren können. Und ich möchte, dass Klamotten wieder schön an mir aussehen und nicht nur wie ein Sack an mir runterhängen. Halte dir vor Augen, was dir die Essstörung und dein schlechter körperlicher Zustand alles wegnimmt und baue eine richtige Wut gegen die Krankheit auf. Und dann nutzt du diese Wut, um für deine Gesundheit zu kämpfen.
    Bildquelle
  • Setze dich mit Body Positivity und Selbstliebe auseinander. Heutzutage sieht man ja leider meist nur diesen einen Körpertyp in den Medien: groß, dünn, durchtrainiert und ohne ein Gramm Fett am Körper. Aber das ist weder normal noch gesund. Die Body Positivity Bewegung hat mir sehr geholfen, um einen Blick für normale, gesunde Körper zu bekommen. Statt irgendwelchen Fitnessmodels auf Instagram zu folgen, folge lieber nur Accounts, die sich mit Body Positivity auseinandersetzen und die dich inspirieren. Und lerne, deinen Körper zu akzeptieren und zu lieben! Aus meiner Erfahrung kann ich berichten, dass dieser Schritt ein ganz wichtiger ist. Selbsthass hat mich mehr oder weniger in diese Krankheit reingeritten, also müsste es nur logisch sein, dass Selbstliebe mir da wieder raushilft. Ganz lange wollte ich es mir nicht eingestehen und habe versucht, zu recovern, ohne mich selbst zu akzeptieren. Aber es funktioniert so einfach nicht. Realisiere, was für ein wunderbares Instrument dein Körper eigentlich ist, was er dir alles ermöglicht und versuche, ihn Schritt für Schritt mehr zu akzeptieren und am Ende sogar zu lieben. Anfangs muss man vielleicht noch nach dem Motto "Fake it till you make it" vorgehen, aber irgendwann wird es einem leichter fallen und natürlicher vorkommen. Arbeite mit deinem Körper zusammen, statt gegen ihm. Behandle ihn wie einen Freund, nicht wie einen Feind.
  • Achte auf deine Ernährung. Damit meine ich nicht, dass du dich super gesund ernähren solltest, sondern dass du darauf achtest, hauptsächlich nur Dinge zu essen, die leicht verdaulich sind und dich daher nicht aufblähen, was die Zunahme nur erschweren würde. Ernähre dich nicht nur von kalorienarmen "Safe Foods" wie Obst und Gemüse, sondern auch von kalorienreichen Dingen wie Nüssen oder Milchshakes. Sie liegen nicht so schwer im Magen, versorgen aber trotzdem mit viel Energie, sodass man ohne viel Blähungen zu bekommen weiterhin genug Energie zum zunehmen kriegt. Blähungen oder ein sehr voller Magen können nämlich Unwohlsein auslösen, die zu schlechten Gefühlen führen (z.B. "Ich fühle mich so dick" oder "Ich fühle mich so vollgefressen"). In einem anderen Post werde ich noch Tipps sammeln, welche Lebensmittel sich zum zunehmen eignen.
  • Trage bequeme Kleidung, in der du dich wohl fühlst. Enge Kleidung zu tragen ist meiner Erfahrung nach komplett kontraproduktiv, wenn man zunehmen will. Man fühlt sich eingeengt und fühlt sich dadurch nur unwohler in seinem Körper, auch weil man vielleicht merkt, wie man langsam zunimmt - da drückt der aufgeblähte Bauch gegen das enge Top oder die Skinny Jeans kneift in den Po. Das ist NORMAL und ich selbst musste da auch durch. Es ist hart zu merken, wie die Sachen enger werden. Aber es ist ein Zeichen dafür, dass man auf dem Weg zur Gesundheit ist! Am besten trennt man sich von all den Klamotten, die einen an die Krankheit erinnern und die einen während seines niedrigsten Gewichts passten. Ansonsten will man nur an der Essstörung festhalten. Weite Sachen eignen sich perfekt in so einer Situation: große Pullover, Jogginghosen, Boyfriend Jeans, verschiedene Kleider oder auch Jumpsuits im Sommer finde ich sehr bequem, aber ich trage auch gerne Leggings, solange die aus weichem Material sind und nicht sehr eng anliegen.
Bildquelle
  • Fokus weg vom Körper. Das ist leichter gesagt als getan, aber versuche wirklich, so gut es geht, dich auf andere Dinge statt deinen Körper oder das Essen zu fokussieren. Dazu gehört auch, nicht ständig in den Spiegel zu gucken ("Body Checking") - es macht dich nur verrückt und wird dir in keiner Weise weiterhelfen. Man nimmt nicht in einer Stunde zu. Man wird auch nach drei Tagen keine sichtbare Gewichtszunahme sehen können. Daher ist es am besten, seinen Körper nicht ständig in irgendeiner Weise zu messen oder zu begutachten. Nur die Essstörung will, das du das tust und rät dir ein, du wärst viel zu dick geworden (Achtung: sie lügt!). Und bedenke, dass man sich aufgrund der Körperschemastörung, die bei einer Essstörung in den meisten Fällen mit auftritt, seinen Körper eh nicht richtig wahrnehmen kann. Vertraue also nicht unbedingt dem Blick in den Spiegel. Beschäftige dich mit anderen Dingen, suche dir Hobbies oder verbringe Zeit mit Menschen, bei denen du dich wohl fühlst. Das wird dir weitaus mehr bringen als sich nur auf seinen Körper zu fokussieren.
  • Behalte im Kopf, dass am Ende alles gut werden wird. Es mag dir jetzt total schlecht gehen. Du findest dich vielleicht unglaublich dick und würdest am liebsten alles aufgeben. Aber ich kann dir versichern, dass diese Gefühle nicht für immer bleiben. Man gewöhnt sich an seinen gesunden, fülligeren Körper. Man wird sich in ihm besser denn je fühlen. Aber das wird man erst erkennen, wenn man es bis zu diesem Punkt auch durchhält. Ich habe mal einen Spruch gehört, den ich mir immer sage, wenn ich mich wegen meines Gewichts schlecht fühle: "Wenn ich erst einmal gesund bin, werde ich mich nicht mehr dick fühlen" - was so wahr ist. Glaub nicht alles, was du denkst. Harte Arbeit wird belohnt.
Das waren meine persönlichen Tipps, wie ich mit der Gewichtszunahme klarkomme. Nicht jeder Tag ist einfach, aber es geht voran. Es ist nichts schlimmes, zuzunehmen, genauso wenig ist es etwas gutes, abzunehmen. Unsere Gesellschaft labelt diese Dinge als "gut" und "schlecht", dabei kann man gar nicht pauschal sagen, ob eines der beiden eben gut oder schlecht ist. Das kommt immer auf die individuelle Situation und Person an. Wer seine Tipps, wie er oder sie mit der Gewichtszunahme klar kommt, teilen möchte, kann das gerne in den Kommentaren tun!
Bildquelle

Finde deinen eigenen Weg

Was mir ganz oft auffällt, sowohl bei anderen als auch bei mir selbst, ist dass viele Leute immer davon ausgehen, dass es "den EINEN perfekten Weg" oder "die eine perfekte Lösung" für alles gibt. Man hört jemanden sagen, dass eine bestimmte Creme seine Akne hat verschwinden lassen; andere schwören auf eine Diät, die einem zu weniger Blähungen verhelfen und wieder andere behaupten, diese eine Methode verhilft jedem zu mehr Stärke. Das Ding ist aber, dass es mehrere Wege zum Ziel gibt, dass eine Sache nicht zwingend jedem hilft. Es gibt nicht diesen einen einzigen Weg, der mit Sicherheit zum Ziel führt.

Wir Menschen sind alle ganz individuell, haben alle andere Vorraussetzungen und unterschiedliche Bedürfnisse. Kein Mensch gleicht dem anderen. Von daher können wir auch nicht davon ausgehen, dass jedem eine bestimmte Sache gefällt oder zu einem passt. Jeder einzelne muss für sich selbst herausfinden, was das beste für sie oder ihn ist.

So ist das auch in Recovery. Bei mir war es so, dass ich Ewigkeiten lang auf der Suche nach dem einen, perfekten Weg aus der Essstörung gesucht habe. Ich habe hunderte Blogs und Bücher über das Thema gelesen, nur um zu erfahren, was anderen aus der Krankheit geholfen hat. An sich ist das gar nicht falsch - ganz im Gegenteil, es kann sehr hilfreich sein, sich Inspiration von außen zu holen. Das Problem ist dabei eben nur, dass es nicht den einen Weg aus der Essstörung gibt, auf den ich so sehr gehofft habe. Ich muss meinen eigenen Weg finden, wie ich es daraus schaffe.

Der eine braucht eine Therapie, um gesund zu werden; der andere nicht. Manche müssen in eine Klinik, andere wiederum nicht. Manche brauchen x Kalorien zum zunehmen, andere hingegen vielleicht weniger oder mehr. Genauso gibt es ja auch nicht dieses eine Gericht, dass jedem schmeckt, oder diese eine Lernmethode, mit der man am schnellsten lernt.

Was für eine Person funktioniert, muss nicht gleich für jeden funktionieren.

Gerade in Recovery finde ich, dass es sehr wichtig ist, seinen eigenen Weg zu finden und sich nicht ständig nach den Erfahrungen anderer zu richten. Denn wir alle haben so unterschiedliche Vorraussetzungen und Bedürfnisse, für die man individuell eine Lösung finden muss. Und um diese zu finden, muss man den Mut haben, ins kalte Wasser zu springen und sich "einfach" mal zu trauen. Einfach ist es natürlich nicht; es kostet immens viel Überwindung, mit Gewohnheiten zu brechen. Aber es ist machbar. Erst wenn man ins "TUN" kommt, kommt man richtig voran.

Vergleicht euch nicht mit anderen, sondern findet euren eigenen Weg. Probiert vieles aus und bildet euch eine eigene Meinung, anstatt immer nur auf andere zu hören. Richtet den Blick nach innen, statt nach außen. Folgt eurer Intuition. Dann werdet ihr euer Ziel erreichen.

Bildquelle

Kalorien zählen in Recovery?

Wer mir auf Instagram folgt weiß vielleicht bereits, dass ich seit einigen Wochen probiere, nicht Kalorien zu zählen und mehr auf meinen Körper zu hören. Ich habe schon seit langem mit dem Gedanken gespielt, das zählen zu lassen, doch habe ich es mich nie getraut weil ich Angst hatte, weniger zu essen als ich bräuchte und dadurch abzunehmen. In diesem Post möchte ich meine Erfahrungen mit euch teilen sowie einige Vor- und Nachteile des "nicht-zählens" aufzeigen.


Kurz zu meiner Geschichte mit Kalorien zählen: Angefangen damit habe ich vor gut 5 Jahren; anfangs noch sehr oberflächlich und irgendwann habe ich mir dann einen Kalorien Tracker aufs Handy geladen. Zu dem Zeitpunkt diente das zählen dem Zweck, nicht "zu viel" zu essen und eine bestimmte Menge an Kalorien nicht zu überschreiten. Als ich dann meine Recovery begonnen habe, fand ich das zählen sehr hilfreich, um zu überprüfen, ob ich zum zunehmen genug esse. Das hat sich auch so über mehrere Jahre hinweg gehalten. Zwischendurch habe ich es immer mal wieder ohne zählen probiert, bin dann allerdings immer wieder zum zählen zurückgekommen. Jetzt zähle ich schon seit gut mehr als einen Monat nicht mehr mit der App, höchstens nur noch im Hinterkopf, aber das wird auch von Tag zu Tag weniger.

Ohne dem penetranten und sehr genauem zählen geht es mir um einiges besser! Ich fühle mich freier, weniger gestresst, muss nicht mehr alles aufs Gramm genau abwiegen und kann mehr auf meinen Körper hören. Das Problem mit dem tracken ist bei mir nämlich, dass ich, anstatt auf meinen Körper zu hören, mehr auf die App geachtet habe - also ich habe geguckt, wieviele Kalorien ich noch "offen habe" und habe danach meine Mahlzeiten gewählt. Heißt zum Beispiel, dass ich mir keine Schokolade erlauben konnte, auch wenn mein Körper danach verlangt hat, weil es ansonsten "zu viel" gewesen wäre. Oder auch umgedreht, dass ich mit keinen Apfel erlauben konnte, weil mir die App sagte, ich brauchte mehr als nur ein Stück Obst, um mein Ziel zu erreichen. Klar sollte man in Recovery darauf achten, genug zu essen, doch wenn man sich dann wieder etwas verbietet, geht das auch in die total falsche Richtung. Man sollte meiner Meinung nach ja lernen, sich alles erlauben zu können, egal was man vorher gegessen hat oder noch essen wird, und auf seinen Körper hören. Besonders letzteres ist nicht immer einfach, da Hunger- und Sättigungsgefühle bei einer Essstörung total aus den Fugen geraten, doch mittlerweile bin ich persönlich glaube an einem Punkt angelangt, an dem ich meine Portionen gut einschätzen kann und diese Art der Kontrolle nicht mehr so extrem brauche.

Bildquelle
Da ich nicht mehr Kalorien zähle, ist es mir auch egaler geworden, wieviel Fett ich esse bzw. wie sich meine Makronährstoffe verteilen. Es ist so ein bisschen wie nach dem Motto "Aus den Augen, aus dem Sinn" - habe ich die Zahlen nicht mehr vor Augen, kann ich sie auch viel leichter ausblenden und das essen, worauf ich Lust habe.

Eine weitere Sache ist, dass ich nicht mehr alles so genau abwiegen und -messen muss. Das ist eine Sache, an der ich zwar immer noch arbeiten muss, doch mittlerweile ist es besser bzw. weniger geworden, seit ich nicht mehr zähle. Da ich jede einzelne Kalorie ganz genau tracken wollte, musste ich dafür auch jedes Lebensmittel aufs Gramm genau abwiegen - egal, ob es Nüsse, Obst, Gemüse, Reis oder selbst Gewürze waren... Man kann sich vorstellen, wie anstrengend und teilweise sinnlos das auch ist, vor allem wenn man kochen will. Mir fiel es deswegen auch schwer, auswärts essen zu gehen, denn ich konnte immer total schlecht einschätzen, wieviel in meinem Essen drin war und konnte so das Essen auch nicht genießen, weil ich in meinem Kopf die ganze Zeit am rechnen war. Das mit dem auswärts essen gehen ist zwar immer noch schwer für mich, doch es ist etwas leichter Sachen zu essen, von denen ich die genauen Kalorien nicht weiß.

Außerdem ist es auch so, dass mir weder meine Ärztin noch meine Ernährungsberaterin zum Kalorienzählen geraten haben. Meine Ernährungsberaterin hat mir sogar eher davon abgeraten! Immerhin soll man lernen, Essen nicht als Zahlen, Fette oder Kalorien zu sehen, sondern als Genuss und Energie, um sein Leben zu leben. Esspläne können da hilfreich sein, um vom zählen wegzukommen. Und statt mit der Waage alles zu portionieren, kann man auch mit Tassen oder Esslöffeln arbeiten.

Zu guter letzt kann ich sagen, dass sich das nicht-zählen nicht negativ auf mein Gewicht oder meine Genesung allgemein ausgewirkt hat. Mittlerweile habe ich einigermaßen ein Gefühl dafür entwickeln können, was für mich genug ist. Ich habe festgestellt, dass ich mich nur selber anlüge wenn ich behaupte, dass ich zähle, um genug zu essen. Wenn ich ehrlich zu mir wäre, mir nichts verbiete und auf meinen Körper höre, dann komme ich schon auf genug. Und wenn ich mir doch mal unsicher bin, versuche ich, vorsichtshalber ein bisschen mehr zu essen, auch wenn das nicht immer einfach ist. Aber es ist definitiv die klügere Entscheidung. Letztlich dient das zählen mehr meiner Essstörung als meiner Gesundheit. Ein vollkommen gesunder Mensch braucht nicht Kalorien zu zählen, denn sein Körper ist schlau genug, um seine Nahrungsaufnahme selbst zu regulieren.

Wenn du selbst überlegst, ob du mit dem Kalorien zählen aufhören solltest, kann ich empfehlen, wirklich in dich zu gehen und dich zu fragen, ob das zählen mehr deiner Gesundheit oder deiner Essstörung dient. Hat man gerade erst seine Recovery begonnen, würde ich noch warten, bevor man mit dem zählen aufhört - einfach deswegen, weil Hunger- und Sättigungsgefühle noch nicht richtig funktionieren und man erst ein Gefühl dafür entwickeln muss, wieviel Essen genug ist. Und natürlich sollte man diesen Schritt mit seinem Arzt, Therapeuten und Ernährungsberater vorher besprechen, damit die Sache nicht nach hinten losgeht. Aber wenn man bereits weiter ist und schon seit mehreren Wochen oder Monaten eine ausreichende Menge isst und ein Gefühl für angemessene Portionen entwickelt hat, kann man es mal ausprobiere, das zählen sein zu lassen.

Ich habe es so gemacht, dass ich einfach von einen auf den anderen Tag mit dem zählen aufgehört habe, so gut es ging. Man kann auch seine Tracking Apps löschen, um einen "Rückfall" zu verhindern. Aber ich weiß auch, dass dieser Schritt für die meisten zu radikal ist. Man kann auch erstmal damit anfangen, eine Mahlzeit nicht zu zählen, oder eben halt nicht alles abzuwiegen. Vielleicht hilft es auch, mehr auswärts zu essen oder sich bekochen zu lassen, um die Kontrolle abzugeben. Jeder ist da ganz individuell und muss gucken, was für ihn der richtige Weg ist.

Man kann nicht per se sagen, dass es schlecht ist, in Recovery Kalorien zu zählen. Es ist definitiv ein sehr hilfreiches Tool, um sicherzustellen, dass man genug isst. Aber aus meiner Sicht ist es nichts, was man sein ganzes Leben lang weiterführen sollte... Seine Nahrungsaufnahme so krass zu kontrollieren ist nicht normal - es schränkt einen extrem ein und nimmt viel wertvolle Zeit in Anspruch, die man für wichtigere Dinge nutzen könnte. Und für mich persönlich ist es glaube die richtige Entscheidung, diesen Schritt gegangen zu sein.

Bildquelle

Was ich aus meinem Urlaub gelernt habe...

Letzte Woche bin ich mit meinen Eltern in den Urlaub gefahren. Wir waren im Süden Deutschlands unterwegs, genauer gesagt in Bayern, und hatten eine echt schöne Zeit zusammen. Wie ich schon mal in einem Post geschrieben habe, sind Urlaube gar nicht so einfach für mich oder allgemein für Leute mit einer Essstörung - man wird aus seiner Routine rausgerissen und verlässt damit seine Komfortzone, vor allem was das Essen anbelangt. Aber dieses Mal kann ich stolz behaupten, dass der Urlaub um einiges besser lief als der letzte. Ich konnte schöne Erinnerungen sammeln, habe ein paar Mal auswärts gegessen und habe viel gelacht. Es war der schönste Urlaub seit langem mal wieder :)

On top of the world
In diesem Post möchte ich nicht so sehr auf den Urlaub an sich eingehen, sondern eher darauf, was ich alles gelernt und in Erfahrung gebracht habe - also, aus Sicht einer essgestörten Person, um anderen etwas Angst abzunehmen und Tipps mit auf den Weg zu geben. Fangen wir doch mal an...

  • Die Angst davor ist immer schlimmer als die während oder nach einer bestimmten Aktion. Das gilt nicht nur in Bezug auf Reisen, sondern auch allgemein für viele Lebensbereiche. Vor unserem Trip hatte ich große Panik, so weit weg von zu Hause zu sein und meine Komfortzone zu verlassen. Doch der Aufenthalt an sich war dann gar nicht so schlimm. Ganz im Gegenteil sogar: ich konnte die Zeit im Urlaub echt genießen. Auch beim auswärts essen konnte ich das feststellen: erst habe ich stundenlang hin und her überlegt, was ich denn nehmen sollte, hatte Angst vor den Portionsgrößen usw.. Aber als es das Essen dann serviert wurde und ich fertig mit essen war, war die Angst um einiges geschrumpft. Ein paar Schuldgefühle mögen vielleicht noch da gewesen sein, doch die waren nicht zu vergleichen mit der Panik, die ich davor hatte. Ich denke mir dann immer "Jetzt ist es geschafft, ich kann es nicht mehr ändern, also sollte ich mich deswegen nicht mehr so verrückt machen". Und gelohnt hat es sich allemal, sich meinen Ängsten zu stellen!
  • Schöne Momente zu sammeln ist das wichtigste. In diesem Urlaub lag der Fokus bei mir mal nicht auf dem Essen, was wirklich so gut getan hat. Normalerweise dreht sich gefühlt mein ganzer Tag nur um das Essen - wann nehme ich die nächste Mahlzeit ein, was wird es geben und wieviel. Doch diesmal habe ich mich auf die Erlebnisse konzentriert; darauf, neues zu sehen, neues zu erleben und eine schöne Zeit mit meinen Eltern zu verbringen. Das war nicht unbedingt immer einfach, doch was mir geholfen hat, war immer beschäftigt zu sein, halt etwas zu unternehmen. Zu Hause sitzt man meist nur rum und hat nicht viel zu tun - da machen sich schnell negative Gedanken breit. Aber wenn man immer etwas zu tun hat und unterhalten wird, ist es viel leichter, den Fokus auf das wesentliche zu richten. Klar sollte man trotzdem darauf achten, genug zu essen, aber es sollte nicht den Lebensmittelpunkt darstellen.
  • Um viel zu erleben, braucht man viel Energie. Wenn man den ganzen Tag lang unterwegs ist, braucht man eine Menge Energie und damit auch Nahrung. Oft war ich schon nach kurzer Zeit erschöpft von unseren Trips durch die Stadt, weil ich nicht genug vorher gegessen habe (ich esse tendenziell mehr abends, da früh auch meist nur wenig Zeit für ein großes Frühstück etc. bleibt). Die Laune sinkt, man hat kaum Kraft zum laufen, Kopfschmerzen machen sich breit und man will sich einfach nur noch ausruhen. Erst als ich wieder etwas gegessen hatte, war ich gestärkt und hatte Energie für den Rest des Tages. Deswegen ist es ganz praktisch, immer Snacks dabei zu haben, bzw. schon ein großes Frühstück zu essen. Mehr Essen = mehr Energie = mehr erleben = mehr Spaß und Freude. Es kann sogar sein, dass man mehr Essen als sonst braucht, da man sich eben mehr bewegt. Wenn euch das der Körper signalisiert, dann gebt ihm auch bitte mehr zu essen! Auch ist es wichtig, viel zu trinken. Wenn man ständig unterwegs ist, vergisst man das leicht. Ich hatte immer eine Wasserflasche in meinem Rucksack, was eine sehr kluge Entscheidung war. Wasser gibt einem auch in gewisser Weise Energie!
  • Planung ist die halbe Miete. Vor allem was das Essen anbelangt. Ich hatte mir reichlich Snacks mit in den Urlaub mitgenommen, da ich wusste, dass es mit dem essen kompliziert werden würde. Nach Restaurants habe ich auch im Internet geschaut, damit ich mir einigermaßen einen Plan davon machen konnte, was es dort zu essen gibt. Da aber nicht alles nach Plan läuft, habe ich mir noch Obst, Sojajoghurt und Porridge mitgenommen, was sich noch relativ einfach auf dem Hotelzimmer zubereiten lässt - im Fall der Fälle. Am besten wäre es natürlich, wenn man sich ganz auf die Küche im Urlaubsort einlassen könnte, ohne dass man Tonnen von Nahrungsmitteln mitnehmen muss. Dafür war ich allerdings noch nicht ganz bereit, aber wie gesagt, es lief schon um einiges besser als die Urlaube zuvor. Am besten wäre es, wenn man sich vor der Abreise einen Plan davon macht, was man isst, um zu verhindern, dass man zu wenig zu sich nimmt. Nur weil man im Urlaub ist, heißt das nicht, dass man sich nicht um seine Gesundheit kümmern soll. Gesundheit hat oberste Priorität, wie ihr wisst.
  • Mit Therapeuten, Familie oder Reisebegleitern über den bevorstehenden Urlaub reden. So ein Urlaub ist nicht immer einfach. Vorher mit jemandem darüber zu reden, was einen erwartet oder eben auch Pläne zu machen, kann sehr hilfreich sein. Meine Therapeutin zum Beispiel konnte mir etwas Angst vor dem auswärts essen nehmen. Mit meinen Eltern konnte ich den Urlaub etwas vorplanen, was wir machen wollen und wie wir das mit dem essen regeln. Es hat mir einiges an Angst nehmen können und natürlich ist es auch wichtig, dass die Personen, mit denen ihr wegfahrt, von euren Bedenken und Sorgen wissen. So könne sie euch helfen und im Notfall unter die Arme greifen.
Ich hoffe, die paar Tipps konnten euch helfen. Lasst euch nicht euren Urlaub von der Essstörung oder Ängsten versauen, das ist es nicht wert. Glaubt mir wenn ich sage, dass ihr eine so schöne Zeit haben könntet, wenn ihr mal etwas "loslasst" und die Zeit genießt! Nehmt es als Herausforderung. Es kann euch nichts passieren.

Und noch ein paar wenige Bilder zum Schluss:
Der Besuch im Disney Store war ein unglaubliches Erlebnis :D
Mit dem Wetter hatten wir echt Glück - es war durchgängig sonnig
Siggi hatte die frische Luft in den Bergen sehr genossen ;)

Essen ist Medizin

Ich weiß noch, wie ich mir am Anfang meiner Genesung so viele Gedanken darum gemacht habe, wieviel man essen sollte, um gesund zu werden. Tä...