Reasons to Recover #3

Der dritte Teil der "Reasons-to-Recover"-Reihe. Es ist schön, dass man immer wieder neue Gründe findet, die einen motivieren, weiter zu kämpfen. Gestern Abend ist mir mal wieder klar geworden, wie viel ich noch an mir arbeiten muss, um meinem Ziel, gesund zu sein, näher zu kommen. Auch wenn ich manchmal einfach nur aufgeben wollen würde, kann ich mich immer wieder erneut aufraffen und gegen die Magersucht kämpfen. Ich hoffe, dass du genau so einen Mut und Kampfgeist aufweist - ich bin mir sicher, dass es sich lohnt am Ball zu bleiben!


  1. um keine Angst vor "flüssigen Kalorien" zu haben
  2. damit ich genug Kraft und Ausdauer habe, um stundenlang shoppen zu gehen
  3. damit ich meinen Urlaub genießen kann
  4. um meine gesamte Energie nicht durch koffeinhaltige Getränke zu erlangen
  5. damit ich nicht mehr auf der Straße angestarrt werde
  6. weil man für manche Achterbahnen und Attraktionen ein bestimmtes Mindestgewicht haben muss, die ich mit einem niedrigen Gewicht nicht fahren dürfte
  7. um mich nicht wegen den allerkleinsten Kleinigkeiten fertig machen zu müssen
  8. um in der Lage zu sein, die Welt zu bereisen
  9. um durchschlafen zu können
  10. um im Supermarkt nicht erst die Nährwerte eines Produkts checken zu müssen, bevor es in den Einkaufskorb landet
  11. um 4 Jahre Pubertät nachzuholen (...)
  12. um auch mal längere Zeit alleine sein zu können, ohne durchzudrehen
  13. damit ich ohne Probleme etwas mit mehr Fett essen kann
  14. um nicht von Nahrungsergänzungsmitteln abhängig zu sein
  15. um herauszufinden, wer ich wirklich bin - ohne die Magersucht
  16. um keine Angst zu haben, dass ich mir alle Knochen gebrochen habe, wenn ich mal hinfalle, weil die durch die Mangelernährung schwach und porös geworden sind
  17. um mich ohne schlechtes Gewissen auch mal verwöhnen zu können
  18. um in der Lage zu sein, vor anderen Leuten zu essen, ohne mir darüber Gedanken zu machen, was sie wohl über mich denken
  19. für ein besseres Gedächtnis, denn die Magersucht benebelt all meine Erinnerungen an meine Vergangenheit
  20. um nicht so blass wie ein Geist zu sein

Teilt eure "Reasons to Recover" gerne in den Kommentare, es würde mich sehr freuen!
Ich wünsche euch noch ein schönes Wochenende.

Wie man es schafft, sich jemandem anzuvertrauen

Gerade in Recovery ist es überaus wichtig, über seine Sorgen, Ängste und Probleme zu reden. Leichter gesagt als getan, denn es ist alles andere als einfach, sich jemandem anzuvertrauen. Ich rede hier nicht von den belanglosen, alltäglichen Dingen, sondern solche Dinge, die wahrscheinlich Veränderungen mit sich bringen. Man hat Angst vor den Konsequenzen - wie wird mein Gegenüber reagieren? Wird man mich für verrückt halten? Wird man mich verstehen? All diese Sorgen sind verständlich, auch ich tue mich schwer damit, über meine Probleme zu reden. Doch mittlerweile fällt es mir um einiges leichter, denn mir ist bewusst geworden, wie wichtig es ist die Dinge anzusprechen, die einem auf dem Herzen liegen. Ist es erst einmal ausgesprochen, fühlt man förmlich, wie all die Last von den Schultern abfällt. Doch wie genau geht man es an? Wie traut man sich, ein ernsthaftes Gespräch anzufangen?

Um ehrlich zu sein, gibt es kein Heilmittel gegen diese Angst. Man muss es einfach tun; sich trauen, das auszusprechen, was einen beschäftigt. Was mir aber dabei hilft, ein Gespräch auch wirklich zu führen und es nicht immer auf einen anderen Tag zu verschieben ist der Gedanke, dass der rechte Zeitpunkt immer der jetzige ist und dass man sich, nachdem man sich getraut hat zu reden, unglaublich gut fühlt. Ich will es einfach hinter mich bringen und ich sehe keinen Sinn darin, es weiter aufzuschieben. Denn je länger ich es aufschiebe, desto mehr Gedanken mache ich mir über mein Anliegen und desto mehr Ängste kommen auf, sodass ich mich am Ende vielleicht gar nicht mehr traue, etwas zu sagen. Aufschieben macht die Sache nur schlimmer. Klar sollte man sich eine ruhige Minute zum reden aussuchen und es sich etwas gemütlich machen, denn sonst wird man nur unterbrochen oder kann sich nicht auf das Gespräch konzentrieren. Was ich sagen will ist, dass immer jetzt der beste Moment ist weil man auch nie weiß, was morgen kommen wird.

Beginne mit einer einfachen Frage wie "Hast du kurz Zeit zum reden?" oder "Können wir reden?" und dann geht alles wie von ganz allein. Ich finde, dass das der wichtigste aber auch der schwierigste Schritt von allen ist. Das ist der Stein, der ins Rollen gebracht werden muss, um das Gespräch in Gang zu bekommen. Wenn man diesen Satz sagt, geht alles wie von allein und es gibt kein zurück mehr. Doch diese paar Sekunden lohnen sich und tun überhaupt nicht weh.

Reden ist so wichtig und hilft ungemein, vor allem wenn man eine vertrauensvolle, aufrichtige und zuhörende Bezugsperson zum reden hat. Spreche alles an, was dir auf dem Herzen liegt: wie du dich fühlst, was dich beschäftigt, was dir Angst macht. Dann kann dein Gegenüber deine Situation auch genau nachempfinden und dir besser helfen. Natürlich ist es auch notwendig, ehrlich zu sein, denn sonst betrügt man nicht nur seinen Redepartner, sondern auch sich selbst, weil man nicht angemessen über das Problem reden kann und keine Hilfe bekommen kann.

Verdauung bei Essstörungen

Es ist glaube kein Geheimnis, dass man seinen Körper durch eine Essstörung ziemlich kaputt macht - angefangen von den brüchigen Nägeln bis hin zu einem geschwächten Herzen kann alles passieren. Jedoch ist es bei jedem Erkrankten unterschiedlich, welche Folgeschäden die Krankheit mit sich bringt, so hat z.B. der eine sehr schlechte Blutwerte, doch der nächste kann, trotz dass er jahrelang schon krank ist, ganz normale Blutwerte haben. Was ich aber beobachtet habe ist, dass nahezu jeder Probleme mit der Verdauung hat. Genau dieses (leicht verschwiegene und für viele unangenehme) Thema möchte ich heute mal ansprechen.

Zuerst einmal ist es ganz hilfreich zu wissen, dass wirklich die meisten Essgestörten in irgendeiner Weise ihre Verdauung durcheinander bringen, dass man da nicht alleine mit dem Problem steht. Man muss bedenken, dass der Körper bei einer Magersucht lange Zeit wenig Nahrung bekommen hat und es sozusagen "verlernt", mit dieser wieder umzugehen und sie richtig zu verdauen. Aber es wird wieder besser mit den Problemen, es braucht nur Zeit bis sich alles wieder einrenkt.

Ganz typische Beschwerden sind Blähungen, Bauchschmerzen, ein verkleinerter Magen bzw. Völlegefühl, Verstopfungen, Durchfall und noch vieles mehr. Von mir selbst kann ich berichten, dass sich all diese Beschwerden bei mir abgewechselt haben in den letzten Jahren, in denen ich mit der Magersucht zu kämpfen hatte. Jedoch konnte ich lernen, wie ich mit diesen Problemen umgehe und sie am besten vermeide. Meine Tipps möchte ich nun mit euch teilen.

Die Basics
Ganz allgemein hilft es erstmal, Stress zu vermeiden. Die Psyche und der Körper hängen ganz eng miteinander zusammen und beeinflussen sich gegenseitig. Wenn wir also gestresst sind, wird sich das negativ auf unser körperliches Wohlbefinden auswirken, was dazu führt, dass die Verdauung stockt.
Ausreichend Wasser trinken ist ein weiterer Tipp, um die Verdauung in Schwung zu bringen.
Man sollte es vermeiden, viel Rohkost zu essen. Bei Rohkost hat der Darm viel zu arbeiten, wobei vor allem unschöne Gase entstehen können. Außerdem müsste man eine große Menge an Rohkost zu sich nehmen, um auch ausreichend zu essen. Lieber auf kaloriendichte Lebensmittel zurückgreifen!
Ebenso sinnvoll ist es, seine Mahlzeiten gut über den Tag verteilt zu sich zu nehmen, sprich alle 2-3 Stunden eine Mahlzeit. Wenn man besser damit klarkommt, kann man mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt essen statt ein paar große, also z.B. 3 Hauptmahlzeiten und 3 Snacks statt 4 Hauptmahlzeiten.
Ein kleiner Verdauungsspaziergang nach dem essen fördert auch die Verdauung und lenkt zudem noch bei eventuellen schlechten Gedanken ab.
Quelle
Völlegefühl und verkleinerter Magen
Anfangs haben die meisten Probleme damit, größere bzw. normale Mengen an Essen zu verzehren, da sich der Magen verkleinert hat. Man fühlt sich schon nach den kleinsten Mengen voll, weil der Magen sich so sehr an die wenige Nahrung gewöhnt hat. Es gibt nicht wirklich ein Wundermittel, um das zu verhindern bzw. wie man das Problem wieder behebt. Man muss einfach wieder damit anfangen, mehr zu essen und sich wieder an größere Mengen gewöhnen. Hier hilft wirklich nur eins: essen. Arbeite von Tag zu Tag daran, deine Essensportionen zu vergrößern, bis sie normal groß sind - es muss nicht gleich von null auf hundert sein, aber zu viel Zeit lassen sollte man sich damit auch nicht. Gegen das Völlegefühl kann es helfen, sich eine Wärmflasche auf den Bauch zu legen und sich hinzulegen und auszuruhen. Ablenkung hilft auch, um die Gedanken weg vom Völlegefühl im Bauch zu steuern. Achte auch darauf, dass du dich nicht nur von kalorienarmen Lebensmitteln ernährst und somit schon nach einer kleinen Kalorienmenge voll bist. Iss mehr kaloriendichte Lebensmittel, wie Nussmus, Avocado, Öle oder Brot. Von diesen Lebensmitteln wird man genauso satt, hat aber dazu noch den Vorteil, sich nicht übermäßig voll zu fühlen wie durch große Mengen an kalorienarmer Nahrung. Ich persönlich finde es bei Völlegefühl sehr unangenehm, noch zusätzlich etwas heißes zu trinken, denn da fühlt sich mein Bauch noch voller an. Wobei so mancher Tee auch gegen Völlegefühl helfen soll. Das muss jeder selbst wissen.

Kaloriendichte Lebensmittel sind dein bester Freund in Recovery
Blähungen
Mit dem essen kommen dann oft auch die gefürchteten Blähungen. Jeder Mensch hat sie, es ist also was ganz normales und nichts wofür man sich schämen sollte. Bloß können Blähungen bei einer Essstörung vermehrt und im krassen Maße auftreten - ich selbst kann davon ein Lied singen. Es gibt Tage, da stehe ich bereits aufgebläht auf, da sehe ich aus wie im 5. Monat schwanger; ganz zu schweigen von den Flatulenzen. Mir hilft es immer, Verdauungstee zu trinken (z.B. von Bad Heilbrunner), ein Wärmekissen auf den Bauch zu legen, einen Verdauungsspaziergang zu machen und manchmal auch das ein oder andere Präparat wie Iberogast zu nehmen. Ich empfehle es aber nicht, so ein Präparat ständig zu jeder Mahlzeit zu nehmen, denn dann gewöhnt man sich nur daran und kommt nicht mehr ohne aus, sodass sich die Blähungen nur verschlimmern. Alle paar Tage wird es schon OK sein. Man sollte darauf achten, bequeme Kleidung zu tragen, sodass der Blähbauch verdeckt wird und sich nicht gegen die enge Hose oder das Top drückt. Am besten sind weite Pullover und Jogginghosen. Achte darauf, keine allzu sehr blähenden Lebensmittel zu essen wie Kohl, übermäßig viele Bohnen oder Linsen (wobei es helfen kann, die Bohnen und Linsen vor dem weiterverarbeiten nochmal ordentlich durchzuspülen). Am allerwichtigsten (aber auch am unangenehmsten) ist es, die Luft im Darm einfach rauszulassen. Wenn man ständig die Luft im Darm anhält und nicht den ein oder anderen Pups mal entfliehen lässt, sammelt sich nur noch mehr Luft im Bauch an und das macht alles schlimmer. Verdrück dich einfach kurz aufs Klo und lass es raus, du wirst es nicht bereuen ;)

Verdauungstee von Bad Heilbrunner
Verstopfungen und Durchfall
Zu guter letzt noch zu Verstopfungen und Durchfall. Ich persönlich habe mehr Probleme mit Verstopfungen, wobei sich das mittlerweile immens verbessert hat dank des ein oder anderen Tipps. Teilweise konnte ich eine ganze Woche lang nicht aufs Klo, was mich echt fertig gemacht hat, da es auch zu einem gewissen Maße schmerzt und zu einem unangenehmen Völlegefühl führt. Wovon ich definitiv abrate ist, Abführmittel zu nehmen. Der Darm muss sich von selbst wieder normalisieren und lernen, wieder angemessen zu verdauen. Man gewöhnt sich sonst nur an die Einnahme von Abführmitteln und kann nicht mehr ohne, ganz zu schweigen davon, dass eine übermäßige Nutzung solcher Hilfsmittel nur zu mehr Problemen führt. Um die Verdauung anzukurbeln, sind Ballaststoffe nötig. Diese finden sich vor allem in Obst und Gemüse, aber auch in Vollkornprodukten, Nüssen und vielen anderen Lebensmitteln. Mir ist irgendwann aufgefallen, dass ich ziemlich wenige Ballaststoffe zu mir nehme, weswegen ich einfach einen Apfel in meinen Ernährungsplan eingebaut habe, und der hat wahre Wunder gewirkt! Da ich mich mittlerweile vegan ernähre, habe ich kaum noch Probleme damit, genügend Ballaststoffe zu mir zu nehmen. Allgemein hat  die vegane Ernährung im Hinblick auf meine Verdauung bei mir wahre Wunder bewirkt, wofür ich echt dankbar bin! Aber jeder sollte selbst wissen, wie er sich ernährt, denn gerade wenn man eine Essstörung hat ist es ein heikles Thema, sich vegan zu ernähren.

Zurück zum Thema - geholfen haben mir auch Flohsamenschalen, von denen ich mir ca. ein Teelöffel über mein Müsli oder Joghurt streue. Die haben auch einiges an  Ballaststoffen und quellen in Flüssigkeit etwas auf, wodurch sie die Verdauung fördern. Tee oder Heißgetränke allgemein helfen auch - viele Leute schwören z.B. auf ihren Morgenkaffee, um die Verdauung anzutreiben. Und, auch wenn es sehr komisch klingt, wenn der Gang aufs Klo sehr schwer fällt, sollte man es mal versuchen, sich auf der Toilette hinzuhocken oder die Beine etwas an den Körper ranzuziehen (wer mir das nicht glaubt, kann gerne danach googeln, da gibt es genug wissenschaftliche Beweise dafür, dass das hilft). Das klingt vollkommen ulkig und absurd, doch es hilft zu einem gewissen Maße. Probieren geht über studieren.
Flohsamenschalen sind ballaststoffreich und kurbeln die Verdauung an
Durchfall ist da ein anderes Thema, das einen genauso belasten kann. Um dem dabei auftretenden Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust vorzubeugen, sollte man viel Wasser trinken sowie etwas mehr Salz zu sich nehmen. Es hilft, vorwiegend trockene Nahrungsmittel zu sich zu nehmen, wie Zwieback oder Knäckebrot, oder auch Reis und Haferbrei, um den Darm nicht weiter zu überlasten. Auch Suppen eignen sich bei Durchfall. Ich habe ebenfalls schon oft von dem Hausmittel gehört, einen geriebenen Apfel zu essen. Beim Reiben wird Pektin freigesetzt, ein Schleimstoff, der die Verdauung schützt. Wenn es gar nicht mehr geht, kann man wieder auf das ein oder andere Mittelchen zurückgreifen, doch hier gilt wieder die Devise, es nicht zu übertreiben.


Bei all diesen Problemen ist aber das beste Heilmittel natürlich Zeit und Beständigkeit, was das essen angeht. Wenn wir weiterhin hungern und zu wenig essen, wird unser Körper nie gesund werden und sich normalisieren können. Je länger man wirklich genug isst, desto besser wird es auch mit all den Verdauungsbeschwerden. Essen ist die Medizin!

Ich hoffe, ich konnte dir damit helfen. Wer noch weitere Tipps oder Erfahrungen teilen will, kann das gerne in den Kommentaren tun!

Mein Hund Siggi

Heute möchte ich euch meinen Hund vorstellen: Siggi. Siggi ist ein 6 Jahre alter Mops (bald 7), den meine Familie bei einem Züchter adoptiert hat. Wir haben ihn schon seit er ein kleiner Welpe ist und haben auch sehr viel mit ihm erlebt.


Ich wollte schon ganz lange einen Hund haben, so ungefähr seit der ersten Klasse, als ich angefangen habe, Nintendogs auf meinem DS zu spielen. Eigentlich hatte ich ziemlich viel Angst vor Hunden, da mir mal einer hinterhergerannt ist und ich fürchtete, dass er mich beißen würde. Doch über die Jahre habe ich nach und nach meine Angst losgelassen, viele Hunde gestreichelt, Hundemessen besucht und mich sogar mit einem riesengroßen Bernhardiner angefreundet. So kam es irgendwann dazu, nach vielen Überlegungen, ob meine Familie sich wirklich an das Abenteuer Hund rantrauen sollte, dass wir uns an einen Züchter gewendet haben. Den ersten Züchter, den wir kontaktiert haben, war allerdings nicht bereit, uns einen seiner Schützlinge anzuvertrauen. Dafür hatten wir dann beim zweiten mehr Glück gehabt. Bevor wir unseren kleinen Mops endlich bekamen, warteten noch einige Aufgaben auf uns: wir sollten uns einen Namen mit "S" für einen kleinen Mopsrüden aussuchen, mussten allerlei Hundesachen besorgen wie Decken, Futter und Spielzeug, und wir kamen ihn und seine beiden Geschwister ein paar mal besuchen. Im November durften wir Siggi dann endlich mit zu uns nach Hause nehmen!


Eigentlich heißt er ja auch Siegfried. Man hat uns gesagt, dass Siggi als Name nicht ginge, da der Name sowohl für ein weibliches als auch für ein männliches Geschlecht gelten könne. So musste er also offiziell "Siegfried" genannt werden, aber eigentlich nennen alle ihn trotzdem Siggi. Siegfried nennen wir ihn eigentlich bloß, wenn er etwas ausgefressen hat.


Es war schwer, sich anfangs an da Leben mit Hund zu gewöhnen - immerhin ist das eine große Umstellung für jemanden, der noch nie ein Haustier gehabt hat. Aber im Großen und Ganzen hat meine Familie die Umstellung gut überstanden. Er ist schnell stubenrein geworden, hat uns oft zum lachen gebracht und es hat auch nicht lange gedauert, bis er zu uns mit ins Bett durfte. Siggi hat einfach so lange gebettelt und alle mit seinen großen kugelrunden Augen verzaubert, da konnte einfach niemand nein sagen.


Das Leben mit Hund ist ein so unglaublich schönes. Man trifft beim Gassi gehen neue Leute, hat eine schöne Wärmequelle im Winter (denn unser Mops legt sich besonders gerne in Ecken und Beugen, also am Knie, Bauch usw.), hat mehr zu lachen und einen treuen Freund an seiner Seite. Für Außenstehende ist es schwer zu glauben, aber ein Hund merkt es wirklich, wenn es seiner Familie schlecht geht. Da wird er besonders kuschelig und guckt einen mit herzzerreißendem Blick in die Augen. Man fühlt sich da an einem schlechten Tag gleich besser. Bloß, so muss man auch zugeben, ist der Mops ein unglaublich fauler Hund - Siggi schläft locker 20 Stunden am Tag. Den Rest seiner Zeit verbringt er mit essen, betteln, Gassi gehen und bellen. Als Welpe hat er ja noch oft spielen wollen, doch jetzt ist seine Faulheit nicht zu übertreffen.


Was das essen angeht, ist er sehr verwöhnt und wählerisch. Man denkt ja immer, dass Hunde alles essen, was bei drei nicht aufm Baum ist, doch bei Siggi ist das anders. Am liebsten isst er das, was auch seine Familie ist, solange es was tierisches ist - für mich als Tierliebhaber und Veganerin etwas schwer mit anzusehen, doch man gewöhnt sich dran. An süßen Speisen mag er nur ganz wenige Dinge, wie Vanillepudding, sonst isst er nur Fleisch, Wurst, Pasteten, Käse und, und, und. Bietet man ihm Gemüse oder Obst an, wird man schief angeguckt. Da ist er ganz eigen.


Siggi kann mir immer ein Lächeln aufs Gesicht zaubern. Er ist mein bester Freund und ich freue mich schon auf all die schönen Erlebnisse, die wir zusammen haben werden. Wer auch immer sich überlegt, einen Hund anzuschaffen, dem kann ich es nur raten - es wird das Leben zum Positiven verändern.
"Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos." - Loriot
Zum Abschluss hier noch eines meiner Lieblingsbilder von ihm, dass mich immer wieder zum lachen bringt :)




Meine Meinung zu "To The Bone"

Am 14. Juli erschien der Film "To The Bone" auf Netflix, der das Thema Essstörungen behandelt. Bereits schon bevor der Film überhaupt ausgestrahlt wurde, hat er für viele Furore gesorgt - so solle er die Zuschauer möglicherweise triggern (d.h. schlechte Gedanken auslösen oder zu schlechtem Verhalten animieren), das Thema falsch thematisieren und schließlich ein falsches Bild über Essstörungen vermitteln. Viele sind sogar der Meinung, man müsse den Film verbieten. Was halte ich von "To The Bone"?
Quelle
Zuerst einmal, worum es in dem Film geht.
Es geht um die 20-jährige Ellen, gespielt von Lily Collins, die an Magersucht leidet. Sie wendet sich, aufgrund der Bitten ihrer Familie, an einen Arzt und Therapeuten, gespielt von  Keanu Reeves, und geht schließlich in eine Klinik. Dort trifft sie auf andere junge Leute, die ebenfalls an Essstörungen erkrankt sind, das heißt es sind dort Menschen sowohl mit Magersucht als auch mit Bulimie und Binge-Eating.  Der Zuschauer erhält einen Einblick in das Leben der Patienten in der Klinik, erfährt von ihren verschiedenen Tricks, wie sie die Sucht weiter ausleben, und auch, wie sich die Patienten trotz aller Schwierigkeiten und Probleme gegenseitig unterstützen - ob nun im positiven oder im negativen Sinne. Luke, Elles Mitbewohner, ein ehemaliger Tänzer der schon lange in der Einrichtung lebt, freundet sich mit Ellen an, sodass sie langsam aber sicher immer offener ihm gegenüber wird. Allerdings tut sie sich mit dem essen immer noch schwer, sodass sie weiterhin abnimmt und an Gewicht verliert. Sie gerät zudem noch in einen Streit mit Luke und erreicht ihren absoluten Tiefpunkt. Sie rennt weg und ist kurz davor, sich selbst und ihr Leben aufzugeben.
Im Film gibt es auch ein paar Nebenstorys, von denen ich aber auch nicht zu viel verraten will. Zum Beispiel ist die familiäre Situation von Ellen sehr kompliziert, ihr Vater schenkt ihr kaum Beachtung, und es funkt zwischen ihr und Luke. Es geht auch nicht nur um Essstörungen in dem Film; es wird auch ab und zu mal Alltägliches repräsentiert, sodass der Film nicht allzu ernst wirkt und man auch mal was zu lachen hat. Mehr möchte ich erst einmal nicht verraten, um dem Film nicht unnötig viel vorweg zu nehmen.


Dr. Beckham und Ellen (Quelle)
Nun zu meiner Meinung.
Ich fand den Film sehr interessant, um ehrlich zu sein, und gar nicht so schlimm wie erwartet. Da er an manchen Stellen allerdings etwas kompliziert zu verstehen war, wie zum Beispiel am Ende, als Ellen wegläuft und einen Traum hat, habe ich ihn mir sogar zwei mal angeguckt.
Mir war bewusst, dass kein Film der Welt wahrheitsgemäß zeigen kann, wie es ist, mit einer Essstörung zu leben, deswegen bin ich mit nur geringer Erwartung an den Film rangegangen. Ich fand aber, dass man einen groben Einblick von der Problematik bekommen hat. Es ging nicht nur darum, dass man bei einer Magersucht abnimmt, wenig isst usw. - man hat auch gesehen, wie sehr die Angehörigen der erkrankten Person leiden. Für mich als Betroffene fand ich es sehr augenöffnend, da ich selbst manchmal verdränge, wie sehr meine Familie unter meiner Krankheit zu leiden hat. Auch mit den körperlichen Schäden, die bei einer Essstörung eventuell verursacht werden, wird man konfrontiert, zum Beispiel als Megan ihr Kind verliert durch ihre Krankheit. Man wird also irgendwie "abgeschreckt" von der Krankheit und seinen Folgen.
Mich hat der Film auch nicht so sehr getriggert. Auch wenn die Patienten sehr dünn waren und die kranken Verhaltensweisen veranschaulicht wurden, hatte es keinen negativen Effekt auf meine Gedanken oder mein Verhalten. Wenn, dann wurde ich nur in alte Zeiten zurückversetzt, habe meine Situation mit der im Film verglichen. Es sollte einem aber auch bewusst sein, dass die Patienten teilweise mit Video- und Bildbearbeitungsprogrammen noch dünner und kranker bearbeitet wurden. Nicht alles gezeigte entspricht der Realität. Mit diesem Gedanken im Hinterkopf war es für mich einfacher, den Film zu schauen, ohne selbst schlechte Gedanken zu bekommen.
Es hat mir gefallen, dass es nicht nur um Essstörungen ging, sondern dass auch die schönen Seiten im Leben gezeigt wurden, dass man trotz aller Probleme noch so was wie Spaß und Freude haben wann, wie als Luke Ellen zum essen eingeladen hat. Der Film verliert etwas an Ernsthaftigkeit und man kann etwas lachen, ohne es gleich zur Komödie werden zu lassen.
Besonders schön fand ich die Stelle nach dem Ausflug in das Museum, als der Arzt alle animiert, "Verpiss dich, Stimme!" zu rufen, und auch Ellen dabei mitmacht. Das war so eine schöne Szene, bei der ich lächeln musste und in der ich auch etwas Mut und Hoffnung bekam.
Ein paar Szenen waren allerdings auch sehr komisch, wie zum Beispiel als Ellen von ihrer Mutter mit einer Flasche wie ein Baby gefüttert wurde. Die Situation wirkte für mich beinahe schon ins Lächerliche gezogen und ich fand es auch etwas "geschmacklos", dass sich die Mutter in der Szene so sehr in den Vordergrund rückte. Der Klinikalltag war auch nicht gerade realitätsnah dargestellt. Zwar ist jede Klinik anders, jede hat andere Behandlungsmethoden, doch es ist schon sehr eigenartig, dass die Patienten in Hinsicht auf das Essen auf sich allein gestellt waren, ihre Portionen selbst bestimmen durften usw. Vielleicht sollte die Klinik mehr wie eine Wohngruppe für Essgestörte wirken, in der die Betroffenen nach wie vor von Fachpersonal betreut werden, aber man mehr Freiheiten hat und halt versucht, sich wieder an ein normales Leben zu gewöhnen. Dann frage ich mich allerdings, was Ellen dort zu suchen hatte, denn sie war offensichtlich noch nicht bereit, etwas für ein normales Leben zu tun.
Es hätte mich auch gefreut, mal einen Film zu sehen, in dem es nicht um die Krankheit nur geht, sondern auch um den Weg da raus, Viel zu oft sieht man nur die Abgründe der Krankheit, aber nie, wie schwer es ist, da wieder raus zu kommen. Das hätte vielleicht einige Menschen motiviert, ihrer Essstörung den Kampf anzusagen.

Ellen und Luke (Quelle)
Lohnt es sich, den Film zu gucken?
Nun ja, ich denke, dass der Film vielleicht etwas zu ernst für einen gemütlichen Abend mit Freunden sein könnte, doch dass er trotzdem sehenswert ist. Klar ist er nicht so großartig wie ein Oscar prämierter Film, das hätte ich auch gar nicht erwartet, doch trotzdem wird man unterhalten und man gewinnt einen groben Überblick darüber, wie es ist, mit einer Essstörung zu leben. Um einen genaueren Blick darauf werfen zu können würde ich aber eher dazu raten, eine Dokumentation zum Thema anzuschauen, statt den Film zu sehen. Dafür ist er dann doch etwas zu oberflächlich.
Wenn man selbst betroffen ist, kann es einen vielleicht runterreißen, den Film zu gucken. Wie ich bereits gesagt habe, hat es mich selbst nicht getriggert, "To The Bone" zu gucken, aber ich musste oft an meine Vergangenheit mit der Krankheit denken. Aber das ist halt meine Einstellung dazu. Wenn man sich leicht triggern lässt, sollte man es auf jeden Fall lassen, den Film zu gucken! Bitte geht da kein Risiko ein!


Habt ihr den Film geguckt? Wie hat er euch gefallen?

Essen ist Medizin

Ich weiß noch, wie ich mir am Anfang meiner Genesung so viele Gedanken darum gemacht habe, wieviel man essen sollte, um gesund zu werden. Tä...